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Reihe Rentner-Hobbys
Eine Leidenschaft in Holz

Leverkusen. Leverkusener Rentner erzählen in unserer Reihe "Hobbys im Alter", was sie in ihrer neu gewonnenen Zeit so alles anstellen. Heute: Frank Wader. Von Tobias Falke

Leverkusen Gestern noch gearbeitet, heute freie Zeit: Wenn der Arbeitsalltag verschwunden ist, freuen sich die frisch gebackenen Rentner oftmals auf ihren Freiraum. "Endlich mehr Zeit für mich", mag sich der ein oder andere denken und hat sich vielleicht schon einen Plan gemacht, was er denn in der nächsten Zeit so alles anstellen möchte. Doch oft fallen nach anfänglicher Euphorie viele in eine gewisse Lethargie. Das muss aber nicht sein, wie Leverkusener in unserer neuen Reihe zeigen: zum Auftakt Frank Wader.

Der technische Zeichner ist 66 Jahre jung und seit sechs Jahren zu Hause. Als seine Zeit als Erwerbstätiger zu Ende ging, überlegte er sich, was er mit der neu gewonnenen Freiheit machen will: "Als mein Berufsleben zu Ende ging, habe ich mich gefragt, was denn jetzt mit mir passiert. Flasche Bier und Jogginganzug war eine Alternative", erzählt Frank Wader mit einem Augenzwinkern, "aber dann habe ich mich doch für Holz entschieden." Er hätte Glück gehabt, denn seine Frau habe ein Stück Wald geerbt. Rund 1600 Quadratmeter in der Nähe des Naherholungsgebietes Diepentals standen für sein Projekt zur Verfügung. "Wir haben natürlich das Holz für den Ofen gebraucht. Aber mein Wunsch war es, aus dem eigenen Holz eine Gartenlaube zu bauen."

So beschloss er, zunächst einen Motorsägen-Führerschein zu absolvieren. Als er anfing, das Holz zu fällen, wurde ihm allerdings bewusst, dass er dies mit dem Auto so gut wie gar nicht transportieren könne. "Also habe ich mir dann einen Traktor aus dem Jahre 1958 zugelegt", den er noch heute im Garten stehen hat. Mit 12,5 Kilometer pro Stunde würde er zwar auch manchmal von einem Jogger überholt, aber das mache ihm nichts aus. Zum Einen hätte er nun im Alter ja mehr Zeit und der vordergründige Zweck des Traktors sei zum Anderen die Transportkraft.

Eiche, Buche und Lärche waren im Wald zu finden und nach rund drei bis vier Jahren Trockenzeit konnte der Bau nach kurzer Planungszeit beginnen. Da das Holz nicht ganz reichte, musste noch etwas Eiche dazu gekauft werden. "Und auch der Nussbaum im Garten musste dran glauben", erzählt der Rentner. Das Reetdach hätte er von einer Firma aus Norddeutschland machen lassen, und auch die Fenster wurden von Spezialisten eingesetzt. 2015 ist sein Traum dann in Erfüllung gegangen. In geselliger Runde wurden seit vergangenem Sommer bereits einige Stunden in der eigenen Laube im Garten verbracht. "Aber das war vorerst das letzte Holzprojekt. Das hat meine Frau mir klargemacht", gesteht Frank Wader. Zum Glück sei dies aber nur eines von vielen Hobbys, die er betreibt. Er sammelt und repariert zum Beispiel gerne antike Wanduhren oder betreibt Ahnenforschung. Er findet es spannend, was seine Bekannten so alles machen. Einer würde sogar die Wald- und Wanderwege in der Umgebung pflegen und im Winter freischneiden, damit man wieder ungehindert durchkomme.

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Quelle: RP
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