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Leverkusen
Eine neue Trockenmauer für den Bienengarten

Leverkusen: Eine neue Trockenmauer für den Bienengarten
Viele Hände, ein Ziel: Die neue Trockenmauer soll auch ein geeigneter Nistplatz für Bienen werden. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Wer sich ab sofort ins Naturgut Ophoven begibt und im Außengelände spazieren geht, der wird in der Nähe des Bienengartens die neue Trockenmauer erspähen, die rund einen halben Meter Höhe misst. Schüler der Gesamtschule Leverkusen-Schlebusch (GLS) haben gemeinsam mit Lehrer Reinhold Glüsenkamp, der seit vielen Jahren für die Kooperation zwischen Schule und Naturgut verantwortlich ist, neue Wohnungen für Mauerbienen gebaut. "75 Prozent der Bienen nisten in der Erde und nicht in Holz", erklärt Glüsenkamp. Von Tobias Falke

Insektenhotels wären zwar schön und gut aber eben nicht für die meisten Bienenarten wie die Sand- oder Mauerbienen. Eine von ihnen fliegt gerade in einen Spalt der Mauer. "Das macht sie schon länger so", erklärt Benno. Der Schüler aus der Klasse 8c weiß, dass sie dort Lehm herausarbeitet und in ihr Nest bringt. Doch die Mauer soll nicht nur dazu dienen, dass sich die Bienen am Lehm bedienen. "Es wäre schön, wenn sie demnächst hier ihr Nest bauen", erzählt Jorick aus der Klasse 6g. "Das ist ja auch viel besser als Mathe", flunkert er, nimmt sich eine große Schippe und buddelt ein großes Loch zur Lehmgewinnung. Er ist richtig begeistert vom Projekt und erzählt später euphorisch, dass es jetzt sogar schon vier Bienen sind, die in sein Loch fliegen, um sich dort Lehm zu holen.

Er gehört zu rund 20 Schülern, die bei dem Projekt mithelfen. Diese werden von älteren Schülern aus der achten Klasse betreut, die sich bereits zwei Jahre mit der AG auseinandergesetzt haben. Und so mancher Schüler verbindet sich immer noch mit dem Projekt, obwohl er schon gar nicht mehr an der Schule ist, wie Grasenkamp bestätigt: "Die Steine für die Mauer sind für Sechstklässler eigentlich zu schwer zu transportieren. Deshalb haben hier ehemalige Schüler in der vergangenen Woche die Vorarbeit geleistet und die ganzen Steine hergeschleppt."

Aber nicht nur die Mauer steht beim Projekttag auf dem Naturgut im Vordergrund. Der Bienengarten wird gepflegt und eine Winterlinde für die benachbarte Balkantrasse wird gepflanzt. Hier hilft unter anderem Andrea Bolz-Küster mit. Die Baumschultechnikerin gehört eigentlich zur Elternschaft der Schule: "Mein Kind ist bei diesem Projekt nicht mehr dabei, dafür darf ich die Eltern vertreten", erklärt sie. Dadurch soll Nachhaltigkeit und Interesse am Ehrenamt und am "Eine Welt"-Gedanken bei den Kindern gefördert werden. Sie pflanzt gemeinsam mit den Schülern Bienenbäume um, die beim Kindertag in Schlebusch gegen eine Spende abgegeben werden sollen.

Die Kooperation zwischen Schule und Naturgut begann 1992 damit, dass das Gut Ophoven der Gesamtschule Schlebusch bei der Bereitstellung öffentlicher Mittel half, um im Innenhof der Schule einen bundesweit einzigartigen Bienengarten zu erstellen. Im Gegenzug unterstützten Schüler im Jahr 1998 das Naturzentrum beim Bau eines Hautflüglerhauses, das den vielen Besuchern die Artenvielfalt von Bienen, Hummeln und Wespen vor Augen führt. Infos zum Projekt: www.mit-bienen-in-die-zukunft.de

Quelle: RP
 
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