| 12.47 Uhr

Leverkusen
Eine Runde Schwarzer Peter

Leverkusen. Leserbrief

Betr.: Umzug des Musikkindergartens Leverkusen nach Leichlingen

"Mit Interesse haben wir am 13.3.2010 Ihren Artikel über den Rückstand bei der Bereitstellung neuer Kinderbetreuungsplätze gelesen. Die Aussagen der Kommune und des Landes muten aber beinahe zynisch an, wenn man bedenkt, wie sehr privaten Initiativen Steine in den Weg gelegt werden. Die Elterninitiative und Leitung unserer Tagespflege, Frau Barbara Lieske und Frau Babette Horn, haben versucht, diesem Missstand ehrgeizig entgegenzuwirken, doch leider mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass in Leverkusen scheinbar kein Interesse an elterlichem Engagement in dieser Richtung besteht. Sie haben dankenswerterweise bereits in einem früheren Artikel auf die Probleme unserer Einrichtung hingewiesen, wurden aber seitens der Kommune ebenso mit Halbwahrheiten abgefertigt, wie wir. Die Unterstützung der Stadt bestand aus einer E-mail. Ferner gab es keine Bemühungen, uns zu helfen, etwaige Unzulänglichkeiten, die einer Betriebserlaubnis im Wege stehen, auszuräumen. Dabei hätte sich das Hauptproblem, nämlich ein um 80m² zu kleines Außengelände, leicht durch die Umfunktionierung der in üppiger Zahl zu Verfügung stehenden Parkplätze aus der Welt schaffen lassen. Wir möchten auch nochmal in Erinnerung rufen, dass wir keine finanziellen Mittel der Stadt beantragt haben. Durch die Einschränkung, nur als Tagespflege arbeiten zu dürfen, hat sich nicht nur unser Angebot an Plätzen um über die Hälfte reduziert. Es hatte auch zur Folge, dass die Kosten für Kinder im Kindergartenalter von den Eltern alleine getragen werden müssen. Die Verlautbarungen unserer Kommune muten geradezu wie eine Ohrfeige an. Denn statt eine bestehende Einrichtung minimal zu fördern, schiebt und plant man den Ausbau der Kinderbetreuungsangebote zum Sankt Nimmerleinstag hinaus. Weder Jugendamtsleiter Gurk, noch unser verehrter Oberbürgermeister Buchhorn haben sich entgegen ihrer eigenen Angaben "dafür ins Zeug gelegt". Dass unsere Einrichtung nun in die Blütenstadt Leichlingen zieht, in der man uns im Vorfeld schon mehr Unterstützung hat zukommen lassen, als im gesamten vergangenen Jahr seitens der Leverkusener Behörden, wirft ein sehr trauriges Licht auf das angebliche Bestreben, die Vorgaben zur Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen tatsächlich umsetzen zu wollen. Und weder Herr Gurk, noch die Stadtrat-Jamaikaner sollten sich einbilden, dass dieses Verhalten ohne Echo bleibt. Zur Erinnerung: Die Einrichtung, von der hier die Rede ist, war betriebsfertig. Sie verfügt über Gruppenraum, Turnhalle, Küche, Wickelraum, Spielgelegenheiten im Außenbereich. Weiterhin liegt sie gegenüber einem weiteren Spielplatz und in der unmittelbaren Nähe zum Haus-Vorster-Wald. So dürfen wir als Eltern dann auch weiterhin zusehen, wie wir Arbeit und Beruf kindgerecht zusammenbringen, während unsere Volksvertreter und Verwalter miteinander "Schwarzer Peter" spielen.

Peter Brandt, Elterninitiative Musikkindergarten Leverkusen e.V. Sandstraße 130 51379 Leverkusen

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Leverkusen: Eine Runde Schwarzer Peter


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.