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Leverkusen
Eine Seilbahn gegen Verkehrsprobleme

Leverkusen. Die CDU lud zu einem Diskussionsabend mit mehreren Experten über die Zukunft der Stadt Leverkusen. Von Tobias Brücker

Wie soll die Stadt im Jahre 2030 aussehen? Weil eben jene Zukunft mit rund 13 Jahren gar nicht weit weg ist, lud die CDU am Mittwochabend eine Expertenrunde ein. Eine Diskussion mit rund 50 Bürgern im Funkenturm der Neuen Bahnstadt war das Ziel. Und das wurde erreicht: Viele Leute beteiligten sich an der Diskussion, äußerten ihre Zukunftswünsche und gaben Anregungen.

Die CDU nennt ihr Programm "Offensive Lev 2030". Gerade die Mobilität und der Wohnungsbau müssen sich ändern. "Die Themen sind ernst, können aber auch optimistisch machen", eröffnete Frank Schönberger, Baupolitischer Sprecher der Fraktion, den Abend. Um den Status Quo der Stadt näher zu beleuchten, gesellte sich Reimar Molitor zur Runde. Im Verein "Region Köln/Bonn", dessen Geschäftsführer er ist, haben sich die Städte der Region zusammengeschlossen. In den vergangenen Jahren erarbeitete er sich den Titel "Regionalpapst". Molitor betonte weit mehr als einmal, dass Leverkusen eine perfekte Lage besitze - sowohl für das Gewerbe als auch für Wohnungssuchende. Das führe jedoch zu hohem Druck auf die Flächen der Stadt. Denn die werden immer beliebter.

Der größte Einfluss komme aus dem Ruhrgebiet: Rund 30.000 Menschen seien von dort in die Chemiestadt gezogen, die mittlerweile rund 166.000 Einwohner zählt. Das Gewerbe benötige 23 Hektar, Leverkusen könne allerdings nur gut 85 anbieten. Für beide Probleme gibt es eine Idee: "Nachbarschaftshilfe ist hier die Lösung", erklärte Molitor. Hört sich zwar schön an, ist jedoch schwer umzusetzen. Einwohner der ländlichen Randgebiete verhielten sich oftmals unsoldiarisch, indem sie Bauvorhaben stoppten, sagte Molitor.

Eine Einwohnergrenze will sich die Politik dennoch nicht setzen. Bernd Fass, Geschäftsführer des Gemeinnützigen Bauvereins Opladen (GBO), sagte, Prognosen zur Einwohnerzahl seien häufig ungenau. Am Ende komme es doch anders.

Fakt ist: In Sachen Mobilität muss sich in der Stadt etwas ändern - weg vom Pkw-Induvidualverkehr, hin zu den öffentlichen Verkehrsmitteln. 14 Prozent nutzen diese in Leverkusen. "Das muss höher werden", betonte Wupsi-Chef Marc Kretkowski. Nur wenn der Bus schneller sei als das Auto, könnten Autofahrer zum Umdenken bewogen werden. Kretkowski forderte deshalb separate Busspuren.

Frank Obermaier, Chef der Wirtschaftsförderung, brachte daraufhin Seilbahnen ins Gespräch. Man müsse schließlich in die nächste Ebene denken. Das stieß jedoch auf wenig Gegenliebe.

Einigkeit herrschte dagegen nach einer Anmerkung aus dem Publikum: Das Fahrradwegenetz muss erweitert werden. Molitor erklärte, das Netz sei mittelprächtig und das sei eine "Top-Voraussetzung". Die Wege in der Stadt seien mittellang - und damit besser als in Münster.

Insgesamt müssten Flächen in weiser Voraussicht genutzt werden: Kindergärten, die zusätzlich anders nutzbar sind, Parkplätze, die im Laufe der Zeit in Fahrradplätze umgewandelt werden können. "Das alles funktioniert aber nur, wenn der Bürger nicht ständig dazwischengrätscht", betonte Molitor.

Quelle: RP
 
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