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Leverkusen
Eine starke Schau vom Liebhaber der Ölfarbe

Leverkusen: Eine starke Schau vom Liebhaber der Ölfarbe
Er hat weder Angst vor großen Formaten noch vor dem Material: Karl-Karol Chrobok stellt ab Sonntag im Künstlerbunker aus. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Erst vor gut zwei Monaten trat er in die Arbeitsgemeinschaft Leverkusener Künstler ein - und jetzt stellt er bereits aus. Ab Sonntag präsentiert Karl-Karol Chrobok im Künstlerbunker seine Werke. Von Monika Klein

Er ist eindeutig das jüngste Mitglied der AG Leverkusener Künstler - nicht an Lebensjahren, aber an Zugehörigkeit. Erst vor gut zwei Monaten trat Karl-Karol Chrobok in die Gemeinschaft ein, und schon präsentiert sich der Maler mit einer Einzelausstellung in der Galerie Künstlerbunker. Es ist eine starke Schau. Denn der gebürtige Pole, der seit 26 Jahren in Deutschland lebt, hat weder Angst vor großen Formaten noch vor dem Material, vorzugsweise Ölfarbe. "Die Farbe ist die Domäne der Malerei", sagt er, der von sich behauptet, er sei im Herzen ein Expressionist.

Über den Verstand kommen noch andere Einflüsse aus der Beschäftigung mit den großen Malern des 20. Jahrhunderts hinzu. Der Kubismus zum Beispiel oder die Handschriften von Picasso, Dali oder Edvard Munch. Dessen berühmtes Bild "Der Schrei" ist sogar Thema einer Arbeit von Chrobok. Auf der rechten Seite des querformatigen Grundes hat er das Munch-Motiv mit schnellen und kräftigen Pinselstrichen eindeutig erkennbar nachgeformt. Aber links stehen jene, die heftig darüber diskutieren. So heftig, dass die Leinwand durchlöchert ist.

Chrobok liebt satte, leuchtende Farben, die er darum in mehreren Schichten aufträgt und dabei häufig ziemlich verschwenderisch vorgeht. Dadurch erhält er eine fast reliefartige Oberfläche, die Tiefe und durch das auftreffende Licht zusätzliche Nuancen hineinbringt. Seine Bilder sind sowohl figürlich als auch ab-strakt. Denn für ihn sind das keine wirklichen Gegensätze.

Die erkennbaren Motive lassen sich, je nach Hintergrund, auf unterschiedliche Weise lesen. Der Mensch steht bei ihm im Mittelpunkt, selbst in den Arbeiten, die landschaftliche Strukturen erkennen lassen. Hinweise geben die Titel, mit denen er jedes Bild versieht. Zum Beispiel: "Menschenwald", ein Bild mit klaren, parallelen Linien, das an Emil Nolde erinnert.

Es lohnt sich, die Leinwände auch von der Rückseite zu betrachten, denn da hat der Maler die Geschichte des Bildes festgehalten. Er arbeitet in Serien und an mehreren Werken gleichzeitig, aber das manchmal über mehrere Jahre, bis er mit der Signatur den Schlusspunkt setzt. Die entsprechenden Daten finden sich ebenso auf dem Rücken wie Titel und persönliche Anmerkungen. Auf Papier benutzt Karl-Karol Chrobok auch Acrylfarben, "aber Öl ist die Rassige für den Maler". In dieser Ausstellung zeigt er vorwiegend Ölmalerei auf Leinwand, Holz oder Pappe, dazu einige bemalte Objekte und nur beispielhaft einige Collagen.

Quelle: RP
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