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Leverkusen
Einstige Gründer der grünen Partei beharken sich öffentlich

Leverkusen: Einstige Gründer der grünen Partei beharken sich öffentlich
Gemeinsam sorgten Brigitte von Bonin und Klaus Wolf als erste Grüne im Stadtrat für Aufsehen. Die Zeiten der Gemeinsamkeit sind längst vorbei. FOTO: Seibel
Leverkusen. Oberstudienrat Braun aus Schlebusch hatte im Jahr 2007 offenbar ein besonders gutes Gespür für Themen, die bei der Körber-Stiftung gut ankommen. Die richtet den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten aus, und gleich drei von Brauns Schülerteams wurden seinerzeit NRW-Landessieger. Von Peter Clement

Mit zur Vorbereitung gehörte eine Diskussion mit Brigitte von Bonin und Klaus Wolf. Thema: "Alternativ gegen den Mief". Die Mitbegründerin der grünen Partei in Leverkusen und der ersten Grüne bundesweit, der Bürgermeister wurde, zogen damals noch an einem Strang. Davon ist längst keine Rede mehr. Statt Mief zu bekämpfen, sorgt insbesondere die mittlerweile 75-Jährige für reichlich persönlichen Schlachtenrauch.

Bonin verließ die grüne Partei im Jahr 2008, fand nach einigem Hin und her ihre Heimat bei den Freien Wählern, wo sie sich kurz nach der Kommunalwahl mit dem Spitzenkandidaten Gerd Bastian überwarf - jetzt hat sie auch ihren einstigen Weggefährten Wolf angegriffen.

Klaus Wolf, kritisierte die Politikerin nach dem Ende des Zwei-Parteien-Bündnisses vor wenigen Wochen, hänge sich zwar an die Bürgerinitiativen für die Kombitunnel-Lösung der A1, wolle aber unbedingt den großen Rewe-Markt in Schlebusch. Dabei verdränge er, "dass schon die Transaktion um den Verkauf des städtischen Grundstücks zum Dumpingpreis vielleicht doch eher ein Fall für den Korruptionsbeauftragten gewesen wäre".

Unterdessen würden die Grünen von der CDU quasi "grün überholt", behauptet Bonin, die den großen Auftritt durchaus schätzt. Auch Wolf ist in dieser Kunst geübt. Als ihm während einer Ratssitzung einst das Mikrofon abgeschaltet wurde, rief er in den Ratssaal: "Ich kann laut genug schreien."

Als Antwort auf Bonins Attacke wählte der pensionierte Kunstpädagoge jetzt jedoch nicht die Kanone, sondern das Florett: "Ich wäre natürlich dankbar, wenn Frau Bonin in der CDU endlich ihre politische Heimat findet und den Trennungsschmerz von den Grünen überwindet", stichelte er. Vielleicht könne sie dann ja als erstes mit der CDU die Baumschutzsatzung beantragen: "Da wäre ich wieder dabei."

Wäre er übrigens wirklich. Was wiederum die grüne Fraktionsvorsitzende Roswitha Arnold an ihm schätzt. Wolf kämpft gegen Gegebenheiten, nicht Personen - dies aber vehement. Arnold, die sich eher in der Kunst der Moderation zu Hause fühlt, hat nun die Aufgabe, das Temperament ihrer Mitstreiter politisch zu nutzen, ohne es zum Sprengsatz werden zu lassen. Denn auch nach dem Weggang Bonins stehen durchaus noch einige grüne Politiker "quer im Stall".

Quelle: RP
 
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