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Leverkusen
Einzelhandel: Stadt befragt 1000 Bürger

Leverkusen. Das Gutachterbüro CIMA aus Köln interviewt Passanten und analysiert die aktuelle Lage. Auf dieser Basis soll ein zukunftsfähiges Einzelhandelskonzept für Leverkusen entstehen. Von Ludmilla Hauser

Damit in Opladen, Schlebusch und Wiesdorf das Leben so richtig pulsiert, muss vor allem eines da sein - ein ansprechender Einzelhandel. "Und der", sagt Oberbürgermeister Uwe Richrath, der aus dem Einzelhandel kommt, "ist derzeit in Bewegung." Stichworte, die Richrath dazu einfallen: zunehmender Internet-Handel, Veränderung durch die Rathaus-Galerie, Anspruch der Discounter auf mindestens 800 Quadratmeter (am liebsten mehr), geändertes Einkaufsverhalten.

Da will die Stadt mit einem neuen Einzelhandelskonzept ansetzen, das herausstellt: Was benötigen die Menschen vor Ort? Welche Sortimente werden gebraucht? Und in welcher Ladenlokalgröße? Es soll nicht nur um die großen Stadtteilzentren gehen, sondern auch ums Thema Nahversorgung, betont Richrath.

Das derzeitige Konzept dazu ist aus städtebaulicher Sicht schon ziemlich alt, stammt aus dem Jahr 2002. "Damals waren wir in dieser Sache Vorreiter, aber mittlerweile hinken wir hinterher", berichtet Baudezernentin Andrea Deppe. Die Stadt hat sich das Gutachterbüro CIMA fürs Erstellen des neuen Konzepts geholt. Mit den Kölnern hat die Verwaltung schon für das Stadtteilentwicklungskonzept Opladen zusammengearbeitet. Das Büro hat auch für andere Städte, etwa Köln, ein solches Konzept erarbeitet. Und legt in Leverkusen gleich los - mit einer großen Passantenumfrage in den drei Einkaufszentren. 1000 Leute sollen befragt werden, etwa dazu, warum sie vor Ort sind, wie sie die Erreichbarkeit der Zentren und die Freundlichkeit des Einzelhandels einstufen, erläutert Wolfgang Haensch von CIMA.

Jetzt nach Ostern schwärmt ein weiteres Erhebungsteam aus. "Straße für Straße werden die Einzelhandelsbetriebe erfasst", sagt Haensch. Er rechnet mit drei Monaten Arbeitszeit. Die Vollerhebung und die Befragung bilden das Gerüst fürs Konzept. Das soll etwa klären, welche kleineren Nahversorgungszentren tragfähig sind, welche Sortimente wohin gehören.

"Wir müssen Online-Angeboten dadurch entgegenwirken, dass wir die Zentren zu Erlebnisflächen machen. Die Existenzfähigkeit unserer Stadt hängt davon ab", betont Richrath, der sich wünscht, dass bei der Nahversorgung der Einzelhandel auf 400 Quadratmetern wieder möglich ist, "weil die Leute fußläufig einen Lebensmittelmarkt brauchen".

Das Konzept soll als Orientierungsleitfaden für Politik, Verwaltung und Unternehmen dienen und Grundlage für die planungsrechtliche Steuerung der Einzelhandelsentwicklung (Beurteilung von Bauanträgen) sein. Steht das Gerüst, sollen Bürger, Organisationen und Institutionen beteiligt werden, verspricht Deppe. Haensch plant: Im Frühjahr 2017 werden dem Rat entsprechende Beratungspapiere vorliegen.

Er weist aber auch auf einen vielleicht wichtigeren Punkt hin: "Das Gutachten soll Hauseigentümern und Investoren eine Art Marktanalyse bieten, auf deren Basis Entscheidungen für Investitionen gefällt werden können." Auf den Kopf stellen wird Haensch mit seinem Team die Stadt zwar - aber er verspricht: "Die drei Zentren wird es in Zukunft auch noch geben."

Quelle: RP
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