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Leverkusen
Elektro-Schrott wird oft gestohlen

Leverkusen: Elektro-Schrott wird oft gestohlen
Alte Elektrogeräte enthalten viele wertvolle Materialien, die wiederverwertet werden. Damit erzielt die Avea einige Zusatzeinnahmen und kann die Gebühren senken. Ein Problem bei Schrottsammlungen sind die Diebe. FOTO: Ralph Matzerath
Leverkusen. Seit 2013 können Leverkusener alte Föhne, Toaster und andere Elektrokleingeräte in Container im Stadtgebiet werfen. Den gesammelten Schrott verkauft die Avea an Recyclingfirmen. Ihr zufolge werden die Container sehr gut genutzt. Von Susanne Genath

Die Entsorgung ist denkbar einfach: Defekte Bügeleisen, Bohrmaschinen, Telefone, Toaster, Notebooks und andere kleine Elektrogeräte müssen nicht mehr im Restmüll landen oder zum Recyclinghof gebracht werden, sie können einfach in die Elektroschrott-Container der Anlagenbetriebe zur Verwertung und Entsorgung von Abfällen (Avea) geworfen werden. Im Februar 2013 hatte das Unternehmen zunächst an zehn Standorten die neuen Sammelbehälter aufgestellt. Mittlerweile sind es rund 50. Eine Erfolgsgeschichte.

"Die Container werden sehr gut angenommen", berichtet Avea-Sprecher Claus-Dieter Steinmetz. Das komme auch den Bürgern zugute, denn der gesammelte Schrott werde verkauft. "Wir liefern das Material - in den geschlossenen Containern - an Fachbetriebe, die den Elektroschrott aufbereiten", erklärt Steinmetz. "Die Erlöse werden dem Gebührenzahler gut geschrieben."

Der Elektroschrott geht zum Beispiel an den Zerlegebetrieb Noex in Grevenbroich, einer Tochtergesellschaft der Stadtwerke Krefeld, der nach eigenen Angaben der Marktführer auf diesem Gebiet ist. "Wir nehmen die Geräte komplett auseinander und prüfen, was verwertet werden kann", sagt Axel Riemann von der Noex. Das seien immerhin rund drei Viertel des Materials. "Kunststoffe aus Haartrocknern können beispielsweise als Kunststoff für Gartenmöbel eingesetzt werden, Kupfer aus Kleingerätemotoren wird zu Telefonleitungen."

Um als Sekundärrohstoffe wieder verkauft werden zu können, müssten die Materialien allerdings erst noch veredelt werden und dadurch ihren Status wechseln - von "Abfall" zu "Produkt". Insbesondere so gewonnener Kunststoff sei dann in China sehr begehrt.

Seit 2005 - als das neue Elektrogerätegesetz in Kraft trat - sind nicht mehr die Kommunen allein für die kostenlose Entsorgung von alten Elektrogeräten zuständig. Sie müssen sie jetzt nur noch sammeln. Eine von den Herstellern gegründete Stelle - die Stiftung Elektro-Altgeräte-Register - registriert bundesweit die Übergabestellen und organisiert die Behälterlogistik. Für die Wiederaufarbeitung sind die Hersteller verantwortlich, die zu diesem Zweck wiederum Verträge mit Entsorgungsfirmen geschlossen haben, berichtet Axel Riemann. "Einige Hersteller haben bundesweite Regelungen getroffen, andere machen es regional."

Ein Problem bei der Elektroschrott-Sammlung sei allerdings der Diebstahl, insbesondere dann, wenn die Geräte ab Bordsteinkante abgeholt werden und nicht vom Bürger zum Recyclinghof gebracht werden müssen. "Es gibt Kommunen, die bis zu 75 Prozent dieser Wertstoffe beraubt werden", sagt Riemann.

Das passiert bei den Elektroschrott-Containern selten. Dafür gibt es aber ab und zu falsch eingeworfene Waren. Nicht erwünscht sind zum Beispiel Leuchtstoffröhren, Energiesparlampen, Fernseher und Monitore, ebenso wenig Akkus und Batterien. "Von Akkus geht eine Brandgefahr durch einen Kurzschluss aus", erklärt Steinmetz. "Wir bitten die Leute deshalb, die Geräte ohne Akkus und Batterien in die Container zu werfen."

Axel Riemann ergänzt: "Alte Röhrenfernseher kann man nur noch begrenzt weiterverwerten." Die Leuchtschicht in den Röhren sei giftig. "Die kann man daher nur noch in Untertage-Deponien bringen."

Quelle: RP
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