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Leverkusen
Erfolgreiche Hilfe für Obdachlose

Leverkusen: Erfolgreiche Hilfe für Obdachlose
Oberbürgermeister Uwe Richrath, Sozialdezernent Markus Märtens, Sozialminister Rainer Schmeltzer, Caritasdirektor Wolfgang Klein sowie Stefanie Strieder, Jens Michels und Kerstin Rosprich (v. l.) tauschten sich gestern in Leverkusen das Projekt aus. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. 2013 ist das Projekt "Wohnraumvermittlung" beim Caritasverband gestartet. Bis jetzt wurden 158 Mietverträge abgeschlossen. Ein Erfolgsmodell, wie NRW-Sozialminister Rainer Schmeltzer gestern vor Ort befand. Von Susanne Genath

Die Wohnungssuche für Menschen mit niedrigem Einkommen gestaltet sich seit einigen Jahren in Leverkusen immer schwieriger. "Wer wohnungslos ist und zusätzlich soziale Schwierigkeiten hat, hat kaum noch eine Chance, eine Wohnung zu finden", berichtet Stefanie Strieder vom Caritasverband Leverkusen. Umso größer sei die Freude, dass man mit Hilfe des vom Land NRW geförderten Projektes "Wohnraumvermittlung" in den vergangenen zwei Jahren 158 Männern und Frauen dazu verhelfen konnte, wieder in den eigenen vier Wänden zu leben. Die Freude teilte gestern NRW-Sozialminister Rainer Schmeltzer. Er hatte sich im "Tagestreff" des Caritasverbandes in Wiesdorf über die Arbeit der Vermittler informiert.

250.000 Euro hatte das Land im Jahr 2013 als Anschubfinanzierung für die "Wohnraumvermittlung" zur Verfügung gestellt - für Sachmittel und Personal. "Angesichts der vielen vermittelten Mietverhältnissen ist das gut investiertes Geld. Und 158 Menschen, die nicht mehr auf der Straße leben, sind schon ein Gewinn allein", sagt Schmeltzer. Er kenne kein anderes Bundesland, das ein ähnliches erfolgreiches Modell vorweisen könne. "Als Wohnungsfachwirt weiß ich, wie schwierig es ist, neuen Wohnraum zur Verfügung zu stellen."

Die "Wohnraumvermittlung" ist in die Wohnungslosenhilfe der Caritas eingebunden und eine zentrale Anlaufstelle für Wohnungsnotfälle in Leverkusen. Sie hat die Aufgabe, angemessenen Wohnraum zu akquirieren und zwischen dem Obdachlosen und dem Vermieter zu vermitteln. Mit fünf Wohnungsbaugesellschaften wurden dazu Kooperationsverträge geschlossen.

482 Personen wurden in den vergangenen zwei Jahren beraten. "Die meisten sind zwischen 26 und 40 Jahre alt", berichtet Projekt-Mitarbeiter Jens Michels. 22 Prozent der Ratsuchenden seien unter 25. "Fast alle sind alleinstehend." Ein Drittel seien Frauen. Und alle hätten neben der Obdachlosigkeit mindestens ein weiteres Problem, zum Beispiel Schulden oder eine Suchtabhängigkeit.

Und so unterstützt die "Wohnraumvermittlung" die Menschen bei Bedarf auch dann noch, wenn sie eine neue Bleibe gefunden haben. "Das beruhigt viele Vermieter", hat Projektmitarbeiterin Kerstin Rosprich festgestellt. Denn die meisten der 158 vermittelten Wohnungen befinden sich in privater Hand und viele Vermieter hätten Sorge, sich möglicherweise einen Messie in die Wohnung zu holen oder jemanden, der darin ständig Gelage feiert. "Eine wichtige Aufgabe von uns ist es, Vorurteile abzubauen", ergänzt Michels. So bekomme man mitunter Rückmeldungen von Vermieter wie: "Der sieht ja gar nicht aus wie ein Obdachloser."

Auch Oberbürgermeister Uwe Richrath ist voll des Lobes für das Projekt. "Ich bin sehr froh, dass wir es realisiert haben", sagt er. "Wir haben darüber sehr viele Menschen ins normale Leben zurückgeholt." Nun suche man nach einer Anschlussfinanzierung.

Quelle: RP
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