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Leverkusen
Erinnerung an alte Eisenbahner-Zeiten

Leverkusen. Um die 100-jährige Geschichte Opladens als Eisenbahnerstadt zu veranschaulichen, hängte Bahnstadt-Chefin Vera Rottes jetzt Info-Tafeln an bedeutsamen Orten auf. Diese sollten bei einem historischen Rundgang erkundet werden. Von Simon Janssen

Wer an der Hauptschule Im Hederichsfeld etwas genauer hinschaut, der kann etwas über ihre Geschichte erfahren und die Zeit in Gedanken zurückdrehen. Zurück in die Zeit, in der das mächtige Gebäude noch ein Realgymnasium war. Viele Kinder der Angestellten des Ausbesserungswerkes gingen dort täglich ein und aus. Auch wenn die Abbildung aus dem Jahr 1913 ein wenig verblasst erscheint, ist das Gebäude auf dem Schild, das rechts neben dem Haupteingang hängt, eindeutig wiederzuerkennen. Um unter anderem die besondere Historie der Schule ins Gedächtnis zu rufen, wurden jetzt bei einem historischen Rundgang an verschiedenen Orten Info-Tafeln angebracht. Diese sollen an die 100-jährige Geschichte Opladens als Eisenbahnerstadt erinnern. Fachleute der städtischen Stadtplanung und Gebäudewirtschaft sowie von der Landesentwicklungsgesellschaft NRW berichteten während des Rundgangs über die Historien der Bauwerke.

"Wir haben uns gefragt, wie es der Stadt gelingen kann, geschichtliches Bewusstsein zu schaffen", sagte Vera Rottes, Geschäftsführerin der "neuen bahnstadt opladen GmbH" (nbso). Deren Aufgabe ist die Entwicklung des ehemaligen Eisenbahnausbesserungswerks sowie der brachliegenden Bahnflächen im Zentrum von Opladen. Die nbso entwickelte die Idee, eine Erinnerungsmöglichkeit zu schaffen, die nicht museal ist, sondern lebendig ins Stadtbild integriert wird. In Zusammenarbeit mit der städtischen Denkmalpflege und mit Mitteln der Städtebauförderung des Landes NRW und des Bezirks II wurde zu diesem Zweck der historische Rundgang entwickelt. Auf der Ostseite - dem Areal des ehemaligen Ausbesserungswerks - werden die entsprechenden Info-Tafeln abhängig vom Baufortschritt installiert. Auch eine eigene App ist in Planung.

Eine weitere Tafel wurde an der ehemaligen Eisenbahnersiedlung in der Opladener Neustadt angebracht, mit der die Eisenbahndirektion einst dringend benötigten Wohnraum für die Bediensteten des Ausbesserungswerks schuf. Auf einer zweiten Tafel ist der Prototyp eines Arbeiterwohnhauses zu sehen. In einem dieser Häuser wuchs Herbert Karnine auf. Beim Blick auf die Info-Tafel, auf der die heutige Humboldtstraße (Früher Friedrichstraße) zu erkennen ist, kamen Erinnerungen bei ihm hoch. "Von 1946 bis 1970 haben wir hier gewohnt", sagte Karnine. Sein Vater sei Rangiermeister, sein Bruder im Ausbesserungswerk angestellt gewesen. "Wenn man sieht, was aus den Häusern geworden ist, kann man schon stolz sein", lobte Karnine die Entwicklungen.

Quelle: RP
 
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