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Leverkusen
Erkältungszeit ist Risikozeit für Herzpatienten

Leverkusen. 617 Menschen sind in Leverkusen im vergangenen Jahr an Herz-Kreislauf-Krankheiten gestorben. Von Sebastian Fuhrmann

Der Trend macht Mut: Die Zahl der Menschen, die an Herz-Kreislauf-Krankheiten sterben, ist seit Jahren rückläufig. In den 90er Jahren waren es insgesamt noch 100.000 Menschen, die an akutem Herzinfarkt gestorben sind, 2013 waren es nur noch rund 46.000. Damit hat sich die Zahl der Fälle mehr als halbiert. Dennoch sind Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems neben Krebs häufigste Todesursache.

Auch in Leverkusen sterben jährlich Hunderte daran. Das belegt die aktuellste Todesursachenstatistik, die das statistische Landesamt it.NRW nun für das Jahr 2014 herausgegeben hat.

In Leverkusen sind im Jahr 2014 1726 gestorben, 617 davon an Krankheiten des Kreislaufsystems. Das macht einen Anteil von mehr als einem Drittel. "Herzinfarkte werden heute häufiger überlebt, weil die Patienten schnell behandelt werden", sagt Prof. Peter Schwimmbeck, Direktor der Abteilung Kardiologie im Klinikum Leverkusen. Während die Gesamtzahl an Menschen, die an Kreislaufkrankheiten sterben, sinkt, steigt jedoch eine andere: Immer mehr Leute sterben an Herzmuskelschwäche. "Die Leute werden älter und die Lebenserwartung der Menschen nimmt jedes Jahr zu", sagt Schwimmbeck.

Interessant ist in diesem Zusammenhang folgender Fakt: Es sterben mehr Frauen als Herz-Kreislauf-Krankheiten als Männer. Zu erklären ist das ganz leicht. "Frauen werden durchschnittlich älter als Männer ", sagt Schwimmbeck. 2014 starben in Leverkusen 357 Frauen an Herz-Kreislauf-Krankheiten und 260 Männer.

Nicht minder interessant ist auch folgender Fakt: Im Winter und Frühjahr sterben mehr Menschen an Herzinfarkten als im Rest des Jahres. "Das ist so, weil es in dieser Zeit viele Erkältungskrankheiten gibt. Wenn jemand Verengungen hat, können sich bei einer Erkältung die Gefäße zusetzen." Die Ablagerungen brechen auf, setzten sich neu zusammen, und die Gefäße sind dicht.

Folge ist ein Herzinfarkt. Kardiologe Peter Schwimmbeck rät Herzpatienten deswegen dazu, sich rechtzeitig gegen Grippe impfen zu lassen und sich regelmäßig die Hände zu waschen. Ratsam sei außerdem viel Bewegung.

Außerdem sollten auch gesunde Menschen darauf achten, genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Bis zu 2,5 Liter am Tag sollten es sein. "Und nie weniger als 1,5. Sonst leidet die Niere", betont Schwimmbeck.

Quelle: RP
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