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Leverkusen
Erntedankfest: Ärger um neuen Zugweg

Leverkusen. Dass der Witzheldener Erntedankfestumzug am 4. Oktober nicht mehr durch Wolfstall führt, sorgt für Proteste. Von Ina Bodenröder

In Wolfstall brodelt es seit einigen Tagen mächtig: Bei einem Nachbarschaftsfest am vergangenen Wochenende ist vielen Bewohnern erstmals richtig bewusst geworden, dass der Witzheldener Erntedankfestumzug am 4. Oktober nicht mehr durch ihr Dorf führen wird.

Mit gebastelten Ortsschildern wie etwa "Wolfstall - Erntedank-Ausschluss" machen sie ihrem Unmut Luft.

Dabei erreichte die Stimmung gerade dort in den letzten Jahren immer einen besonderen Höhepunkt: Viele Bewohner hatten Zelte aufgebaut, feierten in ihren Vorgärten und begrüßten die Fuß- und Wagengruppen herzlich.

Die Entscheidung gegen Wolfstall hatte der Erntedankfest-Ausschuss im Juli bekannt gegeben. "Wir überlegen das bereits seit Jahren, haben aber bislang davor zurückgeschreckt", sagte gestern Hanna Steinhaus, Leiterin des Arbeitskreises Erntedank- und Heimatfest.

Noch 2012 sei mit Evelyn Benzkirch eine Wolfstallerin Erntekönigin gewesen, gerade da habe man den Zug nicht kürzen wollen. "Doch er ist mit 50 Fußgruppen und Wagen einfach zu lange unterwegs. Der Erntewagen kommt erst gegen 17.30 Uhr wieder am Markt in Witzhelden an, da können wir die Waren nicht mehr verkaufen", erklärte Steinhaus.

Ein weiterer Grund sei die Sicherheitslage in den engen Straßen von Wolfstall. "Das ist eine heiße Meile, und die Sicherheitsauflagen werden immer höher", sagte die Ausschussvorsitzende. "Natürlich ist es dort immer sehr lustig, aber lassen Sie mal etwas passieren." Offiziell, betonte Hanna Steinhaus, werde der Zug also in diesem Jahr in Herscheid enden.

Die Argumente gegen Wolfstall können die Bewohner derweil nicht nachvollziehen. "An uns liegt es nicht, dass es immer so spät wird", erwiderte Bianca Benzkirch. Bereits im Höhendorf stocke der Zug immer wieder. Außerdem sei es für viele Teilnehmer ein Höhepunkt, wenn sie in Wolfstall ankämen. "Wir feiern hier ein großes Fest. Bislang haben wir noch nie irgendwelche Klagen gehört, manche Wagen drehen sogar drei Runden durch den Ort", ergänzte Sascha Benzkirch.

Dass die Teilnehmer freiwillig künftig weiter nach Wolfstall ziehen - also sozusagen inoffiziell - halten sie indes für keine Lösung. "Dann gibt es weder Straßensperren noch Sicherheitsmaßnahmen. Bei den vielen Kindern, die hier unterwegs sind, ist das zu gefährlich", sagte Gerald Horeis.

Mit dem Festausschuss wollen die Wolfstaller nun noch einmal das Gespräch suchen.

Außerdem haben sie eine Facebook-Seite eingerichtet, planen Aufkleber und T-Shirts mit dem Aufdruck "100% Wolfstall".

"Ein Dorf ist dann attraktiv, wenn es Traditionen hat", betonte Ilse Grothues und hofft nun mit ihren Nachbarn darauf, dass der Erntedankfestumzug auch in Zukunft durch Wolfstall führt.

Quelle: RP
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