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Leverkusen
Ethanol-Ofen ist Ursache für Verpuffung in Opladen

Große Schäden nach Verpuffung in Opladener Innenstadt
Leverkusen. In einem Haus an der Kölner Straße hat ein Unglück erheblichen Schaden angerichtet. Es gab Festnahmen. Von Sebastian Fuhrmann (Text) und Uwe Miserius (Fotos)

Ahmad Hakim steht gestern Morgen nicht in seinem Laden, sondern auf der Straße. "Ich würde um diese Zeit vermutlich die Gyrosspieße vorbereiten", sagt er. "Jetzt kann ich das Geschäft aber nicht öffnen." In der Nacht wurde er von einem Anruf des Hausbesitzers aus dem Schlaf gerissen: Er könne seinen Imbiss nicht öffnen, weil es in dem Haus einen Zwischenfall gegeben habe. Seit sechs Jahren betreibt der Kölner die "Futterkrippe" in dem Haus, in dem seit der Nacht zu gestern ein mehrere Meter großes Loch klafft.

In der Nacht zu gestern, etwa gegen Mitternacht, hat es im Mehrfamilienhaus an der Kölner Straße/Ecke Volhardstraße eine Verpuffung gegeben. Elf Bewohner wurden aus dem Gebäude evakuiert, verletzt wurde niemand. Der 57-jährige Wohnungsinhaber und ein 31-Jähriger wurden festgenommen und später wieder entlassen. Das Haus wurde versiegelt. Bis gestern Abend war von einer Explosion die Rede. Es habe Hinweise auf eine womöglich fahrlässig herbeigeführte Explosion gegeben, sagte ein Sprecher der Polizei gestern Morgen.

Gestern wurden die Männer verhört. Danach teilte die Polizei mit, dass das Unglück wohl durch den falschen Umgang mit einem Ethanolofen zustande gekommen war. In ihrer Vernehmung hätten die beiden Festgenommenen sich kooperativ gezeigt und "plausible Angaben" gemacht, hieß es.

Am Morgen nach der Explosion war zunächst vieles unklar. Ermittler der Polizei waren vor Ort. Experten der Bauaufsicht untersuchten das Gebäude auf mögliche Schäden in der Statik. Rasch gab es Entwarnung: Das Gebäude sei nicht einsturzgefährdet, teilte die Stadt mit, die Kölner Straße bleibe aber bis auf weiteres gesperrt. Heute Mittag soll sie wieder freigegeben werden. Bis dahin weisen Umleitungsschilder den Weg. Lkw, die die Geschäfte im Zentrum Opladens beliefern, müssen einen Umweg durch schmale Straßen nehmen.

Aber was genau war in der Nacht geschehen? Für manchen Laien sahen die Schäden gestern Morgen nicht nach einer Explosion aus. Durch das Loch in der Wand war eine Lampe zu sehen, deren Schirm fehlte. Nicht einmal die Glühlampe war beschädigt. Eine Bewohnerin des Nachbarhauses erzählte, sie habe in der Nacht einen Knall gehört. "Es waren zwei Männer auf der Straße und haben einen Polizeiwagen angehalten", berichtete sie. Sie habe Fernsehen geschaut, als es laut wurde. "Es war keine Erschütterung zu spüren. Zuerst dachte ich, es seinen zwei Lkw zusammengekracht." Später habe sie gesehen, wie die Polizei im Hausflur mit zwei Männern sprach.

In der Nacht hatte die Anwohnerin, das erzählte sie, eine Garage hinter dem Haus für die in Not geratenen Bewohner geöffnet.

Offenbar war zuletzt in der Wohnung, in der es nun zu der Verpuffung kam, gearbeitet worden. "Es wurde laut gehämmert und gebohrt. Seit einigen Wochen war das immer wieder zu hören", erzählte die Anwohnerin weiter. Die Frau war aufgewühlt. "Das war ein Adrenalinkick, den ich nicht mehr erleben möchte. Hier auf der Kölner Straße, nur ein paar Meter weiter, hatten wir ja vor knapp zwei Jahren erst den großen Brand. Das holt einen da wieder ein."

Gestern Nachmittag brachen Mitarbeiter einer Baufirma absturzgefährdete Teile aus der Fassade. Am Abend wurde um das Haus ein Baugerüst errichtet, um das Gebäude zu sichern. Nach Angaben der Polizei sollen die Bewohner schnellstmöglich in ihre Wohnungen zurückkehren können.

Quelle: RP
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