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Leverkusen
Europa-Unterricht mit Politiker Herbert Reul

Leverkusen. Hat Europa eine Zukunft? Wie könnte sich der sogenannte "Brexit", also der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union, auswirken? So und ähnlich lauteten die Fragen, die Schüler der 9. Klassen des Schlebuscher Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums dem Europaabgeordneten Herbert Reul stellten. Gestern war "Europatag" an der Bildungsstätte, die als Europaschule zertifiziert ist.

Reul hatte lediglich 30 Minuten Zeit. Nicht auf alle Fragen wusste er eine Antwort. Zum Beispiel zum "Brexit". Das sei ein schwerer Schlag, auch für Amerika. Reul: "Es könnte sein, dass Europa in Zukunft anders organisiert werden muss." Eventuell bekämen die Briten den gleichen Status wie Norwegen und Schweiz, die fast alle europäischen Regeln übernommen hätten, aber nicht mitbestimmen dürften. "Eigentlich weiß ich es nicht", sagte der CDU-Politiker aus Leichlingen.

Wie er die aktuelle EU-Politik mit der Türkei bewerte, wollte ein Schüler wissen. Er sei der Meinung, die Türkei passe ebenso wenig in die EU wie die Ukraine, sagte Reul. Schließlich gehe es nicht nur darum, größer zu werden oder große Wirtschaftskraft zu erlangen. "Vielmehr muss Europa einen gemeinsamen Konsens über wichtige Werte haben." Reul nannte Pressefreiheit, Achtung der Menschenwürde sowie Gleichberechtigung als Beispiele.

Von Volksabstimmungen zu Europäischen Fragen halte er mittlerweile wenig, beantwortete der Politiker eine andere Frage, Bürger könnten und sollten keinesfalls bei komplizierten Fragen abstimmen. Deshalb bevorzuge er die parlamentarische Demokratie.

Nach Reul sprach Gabriela Viefers, die Kölner Unicef-Regionalbeauftragte, über "Chancen für Kinder aus Kriegs- und Krisenregionen". Später starteten Europaquiz und Preisverleihungen zum 63. Europäischen Wettbewerb.

(kno)
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