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Leverkusen
EVL spart mit Altrohren am City-Kreisel

Leverkusen: EVL spart mit Altrohren am City-Kreisel
Durch die noch vorhandenen Schutzrohre müssen die neuen Leitungen für Gas (rechts) und Wasser (links) nur durchgeschoben werden. Die Zeitersparnis schätzt EVL-Projektleiter Dirk Klett auf gut ein ganzes Jahr. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Zwischen Forum und Busbahnhof verlegt die EVL Rohre für neue Gas-und Wasserleitungen und zieht sie durch vorhandene Schutzrohre. Doch nicht alle sind einwandfrei nutzbar. Von Laura Harlos

"Auswechslung der Gas- und Wasserleitungen am Europaring" hat Projektleiter Dirk Klett als Überschrift auf seinem Arbeitszettel stehen. Der Angestellte der Energieversorgung Leverkusen (EVL) betreut eine der zahlreichen Baustellen zwischen Forum und Bahnhof Leverkusen-Mitte. Rohre und Leitungen für Gas, Wasser und Fernwärme müssen hier erneuert werden. Zum einen für den neuen Busbahnhof, zum anderen für die neue Schienenstrecke, auf der ab 2030 der neue Zug der Bahn, der Rhein-Ruhr-Express, fahren soll.

Zwar sind alle drei Leitungen zwischen Busbahnhof und Forum bereits vorhanden, der geplante Kreisverkehr an der Kreuzung Europaring/Rathenaustraße zwingt die EVL allerdings zur Umleitung in diesem Bereich.

"Die Rohre würden in der Luft hängen, mit dem neuen Kreisverkehr müssen sie daher weichen", sagt Klett. Mit Schutzweste und Helm steht der EVL-Mann vor einer drei Meter tiefen und 18 Meter langen Grube, rechts neben der Fußgängerunterführung und dem Fahrradweg, südlich des Forums. Mit der Besatzung einer ganzen Fußballmannschaft schweißen Arbeiter zwölf Meter lange Rohrteile aneinander, damit sie dicht sind. Auf der rechten Seite gelbe Rohre für Gas, links daneben blaue für Wasser. Sind die fabrikfrischen Bauteile miteinander verbunden, werden sie nicht einfach durch die Erde geschoben. Vorsichtig drücken Bauarbeiter die neuen Leitungsrohre durch größere Schutzrohre, die aus der Erde herausgucken.

Auf den ersten Blick wirken sie stark verrostet, doch es ist nur braune Erde und Dreck, die an den freigebuddelten Rohren kleben. "Wir schätzen, dass diese Exemplare rund 60 bis 80 Jahre alt sind", sagt Klett mit Blick auf die fast historischen Schätzchen.

Zu alt, um als Schutzrohr für die neuen Leitungen zu dienen, sind sie dennoch nicht. "Wir haben die Rohre hier gründlich geprüft", versichert er, "im Gegensatz zu anderen Schutzrohren Richtung Rathaus-Galerie, die wegen Löchern leider nicht mehr nutzbar sind, können wir diese hier verwenden. Zum Glück."

Die alten Rohre stellen sich für die EVL tatsächlich als wahre Schätze heraus, denn das Verlegen neuer Schutzrohre in Schienennähe muss bei der Bundesbahn beantragt werden - und das kann dauern, dauern, dauern. "Mit Sicherheit hätte uns das noch einmal ein Jahr mehr an Zeit gekostet", schätzt Klett. Mit zusätzlichen Material- und Baukosten im sechsstelligen Bereich hätte gerechnet werden müssen.

Vor gut anderthalb Wochen haben Klett und sein Team mit den Arbeiten begonnen, das angepeilte Ziel lautet, zwischen Ende September und Anfang Oktober fertig zu werden. Bis dahin wird zeitweise der gesamte Fahrradweg aufgerissen, um die Leitungen am zukünftigen Kreisverkehr vorbeizulegen.

Im Anschluss an die Arbeit für Wasser, Gas und Fernwärme, steht der Energieversorgung Leverkusen dann die nächste Herausforderung bevor: In Nähe der neuen Schienenstrecke müssen zusätzlich neue Stromleitungen verlegt werden, für die ebenfalls alte Schutzrohre genutzt werden sollen. Doch dafür müssen Dirk Klett und seine Arbeiter erst einmal ein neues Stück Boden aufreißen und Rohre ausfindig machen.

Quelle: RP
 
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