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Leverkusen
EVL zu teuer: Werden die Laternen ab 2016 von Berliner Firma gewartet?

Leverkusen. Die Energieversorgung Leverkusen (EVL) wird die Verantwortung für die Leverkusener Straßenbeleuchtung möglicherweise an das Berliner Unternehmen Swarco V.S.M. GmbH verlieren. Der Bauausschuss stimmte am Montag in nichtöffentlicher Sitzung schon zu, der Leverkusener Stadtrat wird den Vertrag, der ab 1. Januar 2016 für acht Jahre laufen soll, jedenfalls nach jetzigem Stand der Unterlagen auch genehmigen (müssen). Von Ulrich Schütz

Die finanziellen Vorteile machen die Entscheidung vordergründig leicht: Die Firma Swarco will den Straßenbeleuchtungsbetrieb in Leverkusen bis 2024 für rund 2,5 Millionen Euro garantieren. Da liegt das Angebot der EVL deutlich drüber: Der Leverkusener Energieversorger, an dem die Stadt mit 50 Prozent beteiligt ist, bezifferte sein Angebot mit rund 5,7 Millionen Euro - und landete damit auf dem letzten Platz der Liste mit insgesamt vier Anbietern.

Die sehr große Differenz zwischen dem niedrigsten und höchsten Angebot (EVL) bei der Laternenausschreibung erstaunt und ist schon deshalb bemerkenswert, weil die EVL die Leverkusener Straßenbeleuchtung seit Jahren wartet und betreibt, also die tatsächlichen Kosten aus eigener Erfahrung kennen muss. Die EVL-Führung gab zu dem Vorgang gestern allerdings keine Stellungnahme ab.

Seit 2005 ist Swarco eine 100-prozentige Tochterfirma der österreichischen Swarco-Gruppe (Zentrale: Wattens, Tirol), heißt im Unternehmensprofil der Firma. Die Swarco AG ist eine Holding, die zu 100 Prozent im Eigentum von Manfred Swarovski und dessen Privatstiftung steht. Swarco ist der weltgrößte Ampelhersteller und international die Nummer zwei bei Reflexglasperlen (Quelle: wikipedia).

Die Deutschlandzentrale sitzt in Berlin, der nächstgelegene Stützpunkt liegt in Hilden. Dort ist Swarco seit diesem Jahr bis 2034 für die "Betriebsführung der öffentlichen Straßenbeleuchtungsanlagen mit insgesamt 5 230 Lichtpunkten inklusive Stromversorgung und umfassender Modernisierung" verantwortlich, teilt das Unternehmen auf seiner Internetseite mit. Swarco will nach eigenen Angaben in Hilden "nahezu alle Leuchten" auf LED-Technologie umrüsten. Die erwartete Energieeinsparung: 76 Prozent. Das Berliner Unternehmen (ca. 100 Mitarbeiter, zehn Standorte) ist nach eigenen Angaben in 16 weiteren Kommunen für den Betrieb, die Lieferung und Montage von rund 28 000 Straßenleuchten im Bundesgebiet zuständig.

Die EVL hatte bislang keine Probleme, den städtischen Laternen-Vertrag als sicher in den Auftragbüchern zu verbuchen, immer für die Dauer von 20 Jahren. Diesmal wurde das Leverkusener Laternenpaket (Instandhaltung, Betrieb) allerdings europaweit ausgeschrieben. Die Vorbereitung des Wettbewerbs übernahm das private Ingenieurbüro "switch.on". Dessen Experten bescheinigten gegenüber der Stadt, dass Swarco "marktübliche Preise" fordere. Drei Kommunen sollen Swarco "ein sehr gutes Zeugnis" ausgestellt haben, teilte die Stadt den Ratsmitgliedern mit.

Quelle: RP
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