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Serie Berufsstart in Leverkusen
Exotik und Enthusiasmus im Chempark

Serie Berufsstart in Leverkusen: Exotik und Enthusiasmus im Chempark
Fabian Kahleis trägt noch keine Feuerwehrmontur, die darf er erst ab der zweiten Hälfte der Ausbildung tragen. Fürs Foto packen er und Ausbilder Stefan Meiner schon mal bei den Wasserschläuchen an. FOTO: Uwe Mierius
Leverkusen. Die Bewerbungssaison für den Ausbildungsstart 2016 läuft an. Wir stellen Lehrberufe in Lev vor. Heute: Werkfeuerwehrmann. Von Ludmilla Hauser

Leverkusen Grisu, der kleine Drache, der in jeder Folge der gleichnamigen Zeichentrickserie kundtat: "Ich will Feuerwehrmann werden", hat Fabian Kahleis nicht zu seiner Ausbildung inspiriert. Vielmehr war es sein Vater - ein Berufsfeuerwehrmann. "Mir ist das in die Wiege gelegt worden", sagt Kahleis zur schlichten Begründung. Mit neun trat er der Jugendfeuerwehr bei, mit 17 der Freiwilligen Feuerwehr in seiner Heimatstadt Gladbeck. Jetzt ist Kahleis 20 und hat zum August das erste Lehrjahr zum Werkfeuerwehrmann bei Chemparkbetreiber Currenta geschafft. "Das ist ein exotischer Ausbildungsgang", sagt Stefan Dederichs, Ausbilder im handwerkstechnischen Teil der dreijährigen Lehre. "Es gibt in NRW nur zwei Unternehmen, die das anbieten. Und die Berufsschule kann nur hier absolviert werden. Dementsprechend hatten wir für das kommende Lehrjahr 330 Bewerbungen auf zwölf Plätze."

Die Berufsausbildung in dieser Art ist neu: "Seit sechs Jahren lief ein Evaluierungsprozess. Zum August tritt dieses Berufsbild nun verbindlich in Kraft", ergänzt Stefan Meiner, Ausbilder im feuerwehrtechnischen Teil. Seit dem Start der Evaluierung können Schulabgänger direkt zum Werkfeuerwehrmann ausgebildet werden. Davor mussten Interessenten eine handwerkliche Berufsausbildung haben, bevor sie sich weiterqualifizieren durften. Viele weibliche Werkfeuerwehrmann/-frau-Anwärter drängen noch nicht in den Beruf, 15 bis 20 Bewerbungen seien von Frauen fürs kommende Lehrjahr eingegangen.

Ein Interessent müsse nicht schon so eine gute Vorbildung haben wie Kahleis. "Es ist kein Einstellungskriterium, dass man einer Freiwilligen Feuerwehr angehört", sagt Meiner. Zumal die ersten 18 Monate der Lehre sich "mit dem handwerklichen Teil beschäftigen", erzählt Kahleis. "Da bekommt man Einblick in verschiedene Berufssparten: Elektro-, Metalltechnik, Sanitär, Holz, Chemie", zählt er auf. "Man lernt etwa, wie Installationen verlegt werden, wie man Rohre abdichten kann oder wie Holzkonstruktionen aufgebaut sind." Nach den 18 Monaten gibt's eine praktische und theoretische Prüfung, die später zu 30 Prozent zum Abschluss zählt. "Während des holztechnischen Teils ", sagt der Gladbecker, der mit 14 Jahren Deutscher Meister im 100-Meter-Lauf und im Weitsprung wurde und sich mittlerweile mit Triathlon fit hält, "haben wir mit Feuerwehreinsätzen nichts zu tun. Manchmal schaut man da bei Alarm schon den Kollegen nach... "

Auf die zweiten 18 Monate freut sich Kahleis schon mal vor. Neben dem Lkw-Führerschein und einer Rettungssanitäterausbildung steht dies auf dem Lehrplan: alles zu Brennen, Löschen, Heben, Bergen, technischer Hilfeleistung und "zusätzlich werkspezifische Dinge", berichtet Stefan Meiner. "Wir schauen bei der Einstellung auch auf den Enthusiasmus der Bewerber, unterscheiden zwischen naiver und realer Begeisterung." Bei Fabian Kahleis müssen sich die Ausbilder nicht sorgen, der 20-Jährige sagt fest: "Der Beruf ist mein Traum: Ich trete in die Fußstapfen meines Vaters."

Quelle: RP
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