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Leverkusen
Experimentelles mit Ölfarben zum Mitmachen

Leverkusen. Beide haben bisher die Farben gezielt angemischt, um Bilder zu realisieren, die sie genau im Kopf hatten. Meist waren es gegenständliche Arbeiten, gerne Landschaften oder Werke, mit denen sie sich dem Stil berühmter Vorbilder annäherten. In letzter Zeit ging es Sigrid Riech-Neumann und Harald Friese aber um die Farbe selbst. Von Monika Klein

Das Paar, das heute Abend seine zweite gemeinsame Ausstellung im Spektrum eröffnet, malt gerne zusammen - nebeneinander und manchmal auch gemeinsam an einem Werk. Das haben sie auch im Vorfeld dieser Ausstellung getan, anschließend das Bild in 24 Quadrate zerschnitten, alle gerahmt und wieder zusammengefügt. Beim Hängen ließen sie einzelne Lücken. Weil die auch mit Nägeln versehen sind, kann nun nach Herzenslust umsortiert werden. Eine Arbeit mit Aufforderungscharakter, die Besuchern Lust machen soll, sich kreativ mit den fertigen Rahmen auseinanderzusetzen.

Andere Exponate in der Schau "Farben kommen und gehen" verleiten vielleicht sogar dazu, selber mit Farben zu experimentieren, wie es Riech-Neumann und Friese ausführlich und mit einer geradezu kindlichen Neugier getan haben. Dazu vermieden sie es, die Bildanlage auf Leinwand oder Pappe so zu beginnen, wie sie es gelernt haben. Stattdessen trugen sie Ölfarben in mehreren Schichten auf, lösten sie mit Öl an und zogen den Auftrag ab. Bei dieser Arbeit, zu der Kollege Zufall ausdrücklich eingeladen war, ergaben sich erstaunliche Effekte wie Schlieren, unerwartete Farbmischungen und geradezu gegenständlich anmutende Landschaften oder Fantasiebilder wie aus "1001 Nacht".

Speziell dieses Bild erinnert an die Kratztechnik mit Wachsmalstiften, die jeder als Kind versucht hat. Farben werden neben- und übereinander gesetzt, mit Schwarz zugedeckt, anschließend Flächen und Formen freigekratzt. "Im Prinzip haben wir das genauso gemacht", sagt Sigrid Riech-Neumann. Allerdings mit Ölfarben und zusätzlichen Tricks. Sie benutze zum Verflüssigen am liebsten Mohnöl, sagt sie, denn das sei völlig klar und verändere die Farbe nicht. Friese bevorzugt Leinöl und nimmt den leichten Fischgeruch in Kauf. Nachträglich haben beide ihre Arbeiten betitelt.

Das fiel ihnen leicht, denn bei allem Bemühen um Abstraktion drängen sich doch Assoziationen auf. Manche muten geradezu impressionistisch an, eines erinnert entfernt an Monets Seerosenteich und ist dennoch auf genau dieselbe Weise entstanden wie die Nachbarn. Hier ist eine Schneelandschaft entstanden, dort das farbige Blumenmeer eines Bauerngartens.

Harald Friese setzte ein Riesenformat aus vier Leinwänden zusammen und schuf ebenso Miniaturen, aus Bildschnipseln und Tuschezeichnung zusammenfügte Collagen.

Quelle: RP
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