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Leverkusen/Leichlingen
Fahrgäste schimpfen über Schienenersatzverkehr

Leverkusen/Leichlingen. Weil die Deutsche Bahn die Gleise zwischen Leverkusen-Opladen und Leichlingen saniert, fährt zwischen den Haltestellen Schienenersatzverkehr. Das Bahnunternehmen National Express sagt, der Ersatzverkehr klappt. Mancher Bahnfahrer hat eine andere Meinung. Mit Traubenzucker sagte das Bahnunternehmen jetzt "Sorry". Von Sebastian Fuhrmann

Der Fahrgast wollte einfach nicht mehr aufhören zu schimpfen. "Es kann doch nicht sein, dass wir hier eine Ewigkeit warten müssen, nur weil die Fahrer nicht miteinander reden", maulte er in sein Telefon. Was den Fahrgast am Mittwoch am Bahnhof Leichlingen so in Rage versetzte, war, dass er warten musste. Und das in seinen Augen völlig unnötig.

Am Bahnhof Opladen war er in den Schienenersatzverkehr gestiegen, der wegen Gleisbauarbeiten zwischen Leichlingen und Opladen auf der Linie der Regionalbahn 48 zwischen den Haltestellen verkehrt. Als der Bus aus Opladen in Leichlingen ankam, war der Zug in Richtung Wuppertal gerade weg. Die Fahrgäste hatten das Nachsehen. Ärgerlich. Der maulende Pendler war nicht der einzige Fahrgast, der die Zwangspause nutzte, um dem Bahnunternehmen National Express seinen Unmut über die fehlende Absprache telefonisch mitzuteilen.

Gestern Morgen gab es für die Fahrgäste in der RB 48 die nächste Überraschung, diesmal allerdings eine angenehmere: Zwei junge Mitarbeiterinnen in hellblauen Oberteilen verteilten freundlich Postkärtchen mit der Aufschrift "Sorry" - dazu gab es eine Packung Traubenzucker; böse Zungen sagen, damit Pendler auch die nächste Fahrt mit dem Ersatzverkehr überstehen.

Auf Anfrage unserer Redaktion teilte das Unternehmen gestern mit, dass es mit dem Ersatzverkehr kein Problem gebe: "Der Schienenersatzverkehr läuft unserer Einschätzung nach nahezu reibungslos. Dass der Anschluss in Leichlingen nicht geklappt hat, ist wirklich eine Ausnahme gewesen", hieß es.

National Express nutzt das Schienennetz der Deutschen Bahn - und das wir saniert. Das führt zu Komplikationen. FOTO: us

Und: Die Damen mit dem Traubenzucker seien gestern zufällig im Zug gewesen. "Durch die Sommerbauarbeiten der Bahn kam es für unsere Fahrgäste zu großen Einschränkungen, ebenso durch die personalbedingten Fahrzeugausfälle. Durch die Streckensperrung mussten Fahrgäste auf Busse umsteigen und längere Fahrzeiten in Kauf nehmen. Mit dieser kleinen Geste möchten wir uns für die Geduld und das Verständnis bedanken."

Wie klappt es mit dem Schienenersatzverkehr auf der Linie der Regionalbahn 48? Schicken Sie uns Ihre Erfahrungen und Meinung an redaktion.leverkusen@rheinische-post.de oder teilen Sie sie uns mit bei facebook.de/leverkusen.

Quelle: RP
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