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Leverkusen
Familienhebamme hilft Schwangeren in Not

Leverkusen: Familienhebamme hilft Schwangeren in Not
Emine Bodenstein ist Familienhebamme im Dienste von Pro Familia. Sie begleitet Eltern und alleinerziehende Mütter. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Die Familienhebamme von Pro Familia begleitet Mütter und Väter mit Drogenproblemen und Eltern schwierigen sozialen Situationen. Von Gundhild Tillmanns

Alkohol- und drogenabhängige Schwangere, junge Mütter in schwierigen sozialen, gesundheitlichen und materiellen Lebenslagen, Alleinerziehende oder Eltern mit einem behinderten Kind haben bereits wirksame Hilfe bei der Familienhebamme bekommen, die seit eineinhalb Jahren in Diensten der Pro Familia-Beratungsstelle Leverkusen steht. Emine Bodenstein betreut Familien in Opladen, Quettingen und Lützenkirchen mit einer Zehn-Stunden-Stelle, die als Bundesinitiative "Frühe Hilfen" finanziert wird.

Eigentlich seien zehn Wochenstunden viel zu wenig, hat die Hebamme festgestellt, die bereits 17 Familien betreut hat. Aber der Bund habe eben nur die Mittel für diese Teilzeitstelle bereitgestellt. Pro Familia-Leiterin Birgitt Reintjes betont dennoch den messbaren Erfolg, den Bodensteins Arbeit bereits erbracht hat. Im Jahresbericht 2014 würdigt Reintjes die Erfolge der Familienhebamme, die Mütter und Väter vor der Geburt und bis zum ersten Lebensjahr des Kindes betreuen kann.

Mütter aus schwierigen sozialen Verhältnissen hätten oft Probleme, sich an das Jugendamt oder andere Behörden zu wenden. "Zu ihrer Familienhebamme bauen sie aber viel leichter ein Vertrauensverhältnis auf", hat Bodenstein festgestellt, die grundsätzlich mit Hausbesuchen arbeitet. Ärzte und Beratungsstellen machen in Leverkusen die Schwangeren und jungen Mütter auf die Familienhebamme von Pro Familia aufmerksam, so dass dieses Angebot laut Reintjes schon relativ gut bekannt geworden ist.

"Manchmal kommen die Familien auch, wenn das Kind schon drei oder vier Monate alt ist. Wieder andere begleite ich schon in der Schwangerschaft", berichtet die Familienhebamme, die zusätzlich auch in einer niedergelassenen Arztpraxis sowie als freie Hebamme arbeitet. Gemeinsam mit den Müttern oder Familien plant die Familienhebamme Unterstützungsmöglichkeiten und ebnet so den Weg zur Hilfe zur Selbsthilfe.

Emine Bodenstein hat 1997 ihr Hebammen-Examen an den Antonius-Kliniken in Wuppertal abgeleistet und war bis 2008 an der Universitätsklinik Bonn tätig. Nach einiger Zeit als freiberufliche Geburtshelferin mit eigener Praxis war sie bis 2011 als Familienhebamme im Rheinisch-Bergischen Kreis eingesetzt und ab 2012 wiederum Familienhebamme in dem Projekt "Jung und schwanger" des Gesundheitsamtes Köln. Seit August 2013 ist sie in Leverkusen tätig.

Da die Familienhebamme für Pro Familia tätig ist, können die Schwangeren und jungen Mütter natürlich auch die Beratungs- und Hilfsangebote dieser partei-und konfessionsunabhängigen Stelle sowie der Netzwerkpartner nutzen. Zu den Kooperationspartnern von pro Familia Leverkusen gehören unter anderem der Arbeitskreis Schwangerenberatungsstellen, das Kölner Netzwerk "Gewalt in der Schwangerschaft - schwanger nach Gewalt, die Arbeitsgemeinschaften Frauen und Gesundheit sowie "Erzieherische Hilfen".

Quelle: RP
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