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Leverkusen
Familienstreit um fünf Euro endet vor Richter

Leverkusen. Ein 25-Jähriger hatte im Rausch auf seine Mutter eingeschlagen. Er muss nun eine Geldstrafe zahlen. Von Jim Decker

Bei Familienstreitigkeiten kann es durchaus hoch her gehen. So hoch, dass der Fall vor Gericht ging: Ein 25-jähriger Leverkusener wurde gestern zu einer Geldstrafe verurteilt. 400 Euro muss der Mann zahlen, weil er seine eigene Mutter bedroht und in den Bauch geschlagen haben soll. Den Verdacht, dass der inzwischen nach Leipzig Umgezogene seiner Mutter "finanziellen Schaden" zufügen wollte und sie dafür räuberisch erpresst habe, verwarf das Amtsgericht in Opladen allerdings. Die als Zeugin geladene 63- jährige Mutter und ihr Sohn bekräftigten, dass lautstarke Auseinandersetzungen vor dem Umzug an der Tagesordnung gewesen seien. So sei es auch am 17. Mai 2014 gewesen, als die Forderung des Angeklagten nach fünf Euro eskaliert sei.

"Ich war betrunken. Und mit Alkohol bin ich dann ekelhaft", sagte der junge Mann im Prozess am Amtsgericht aus. Er ist noch arbeitslos, hat aber eine Stelle in der Leipziger Flughafenlogistik in Aussicht hat. Die am Tattag bei der Polizei getätigten Aussagen, es habe mehrere "derbe Faustschläge in den Bauch" gegeben, nahmen das Opfer und eine damals hinzugeeilte Zeugin jetzt wieder zurück. Einen Hieb habe es zwar eindeutig gegeben, die Mutter habe aber "keine Schmerzen und keine Verletzungen", davongetragen. Die sind für eine Verurteilung allerdings auch nicht notwendig, stellte der zuständige Richter gegenüber dem Angeklagten klar.

Mit der geringen Geldstrafe entsprach er weitgehend der Forderung der Staatsanwältin. Sie hatte die Geldstrafe bei 500 Euro angesetzt. Auch sie gab zu, dass definitiv keine räuberische Erpressung vorliege, zumal der gebürtige Leverkusener grenzwertig betrunken und daher nicht komplett schuldfähig gewesen sei. Zudem sei er bisher nicht einschlägig in Erscheinung getreten.

Mutter und Sohn hätten sich nur wenig später unter Tränen wieder versöhnt, beteuerten beide gestern im Gerichtssaal. "Unser Verhältnis hat sich deutlich verbessert, seitdem ich ausgezogen bin", gab der Wahl-Leipziger gestern zu Protokoll.

Quelle: RP
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