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Leverkusen
Fanprojekt-Förderer wollen Jugendsozialarbeit unterstützen

Leverkusen: Fanprojekt-Förderer wollen Jugendsozialarbeit unterstützen
Lucas Weiß (2. Vorsitzender), Peggy Pöschke (1. Vorsitzende, beide vorne) und ihre Mitstreiter haben den "Förderverein Fanprojekt" gegründet. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Der neue Verein will dem Fanprojekt zur Seite stehen, denn das ist seit Jahren für viele zum Helfer in allen Lebenslagen geworden. Von Leo Gores

Unzählige Anhänger der Werkself hat Stefan Thomé in den vergangenen mehr als 20 Jahren erwachsen werden sehen. Und nicht wenigen davon hat der Diplom-Sozialpädagoge als Leiter des 1996 gegründeten Fanprojekts Leverkusen dabei geholfen. Einer davon: Lucas Weiß. Der hatte nun die Idee dazu, wie die Fanszene die Jugendsozialarbeit künftig besser unterstützen kann. Am Samstag stellte sich der im Januar ins Leben gerufene Förderverein des Fanprojekts der Öffentlichkeit vor. Stilecht war der Ort der Veranstaltung das Fanhaus an der Lichstraße 64.

Weiß als 2. Vorsitzender des neuen Vereins nutzte die Chance und berichtete von seinem Werdegang - und welche Rolle das Fanprojekt dabei spielte. Arbeits- und ein wenig perspektivenlos kam er einst her. "Hier wurde mir bei privaten Problemen genauso geholfen wie bei Bewerbungen. Ohne das Fanprojekt wäre ich wohl auf die schiefe Bahn geraten", sagte er überzeugt.

Sein Beispiel ist gut. Denn obwohl Bayers Fußballer die große Gemeinsamkeit sind, geht es bei der Jugendsozialarbeit im Fanhaus längst nicht immer nur um Fußball. Auch bei privaten Problemen vom Liebeskummer bis zum Familienstreit haben Thomé, Kollegin Daniela Frühling (Diplom-Sozialpädagogin und Sozialarbeiterin) und die Helfer ein offenes Ohr und/oder einen Rat.

Dazu kommen Angebote von der Laufgruppe über einen Mädchentreff und Freizeitausflüge bis zu betreuten U16-Fahrten zu Bundesligaspielen der Werkself - und natürlich der alltägliche Dienst rund um die Partien der Werkself. Das alles leisten Thomé und Mitstreiter organisatorisch unabhängig von Bayer 04, was mitunter nicht unwichtig ist. Finanziert wird das Fanprojekt zur Hälfte durch die Liga und je zu einem Viertel durch das Land und die Stadt.

Im Laufe der Jahre haben viele Besucher des Fanprojekts erfahren, dass immer noch manches Wünschenswerte am Geld scheitert, teilweise auch an kleinen Summen. "Ganz davon abgesehen bräuchte das Fanprojekt eine dritte hauptamtliche Stelle, um die Arbeit bewältigen zu können. Mancher Verein aus einer tieferen Liga mit einer kleineren Fanszene ist deutlich besser ausgestattet", betont Vereinsvorsitzende Peggy Pöschke. Einen weiteren Sozialarbeiter könne der Förderverein zwar auch perspektivisch nicht einstellen. Aber mit Hilfen für Projekte und Anschaffungen könnte der Etat des Fanprojekts so entlastet werden, dass die dritte Stelle eingerichtet werden kann.

Meinolf Sprink, Leiter der Direktion Fans & Soziales bei Bayer 04, ließ als Ehrengast beim Brunch durchblicken, dass der Klub sich durchaus vorstellen kann, hier und da den Erlös einer Veranstaltung dem Förderverein für ein bestimmtes Projekt zukommen zu lassen.

Quelle: RP
 
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