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Baustelle in Leverkusen
Fast jede Minute ein Geisterfahrer in der City

Baustelle in Leverkusen: Fast jede Minute ein Geisterfahrer in der City
Taxi, Pkw - die Schilder wirken noch nicht. FOTO: us
Leverkusen. Seit einigen Tagen ist die Einfahrt in eine zentrale Straße in Leverkusen gesperrt. Trotz eines Verbotsschildes fahren viele Autofahrer unbeirrt weiter.  Von Peter Clement und Ulrich Schütz

Es gibt Erkenntnisse, die sind für die Ewigkeit. Eine der am weitesten verbreiteten in diesem Zusammenhang ist wohl der verkehrspsychologische Grundsatz: "Gegen die Macht der Gewohnheit hilft kein Verbotsschild."

Zu beobachten ist das zurzeit wieder mal in Wiesdorf. Seit zwei Tagen ist dort die Einfahrt in die Heinrich-von-Stephan-Straße ab Ibis-Hotel gesperrt. Sie ist jetzt nur noch von der Rathenaustraße aus über den neuen Kreisel erreichbar und wurde zur Einbahnstraße umfunktioniert. Nur hat das offensichtlich die Hälfte der Verkehrsteilnehmer nicht mitbekommen und fährt aus alter Gewohnheit nun unter dem "Durchfahrt-verboten"-Schild hindurch.

Schilder werden ignoriert

Das Prinzip ist immer gleich: Jeder Hinweis, jedes Verbotsschild wird ignoriert - erst wenn die Geisterfahrer vor der endgültigen Absperrung stehen, kommt die Erkenntnis. Dann wird hektisch gewendet, und nicht wenige kreuzen dabei den Gegenverkehr auf halsbrecherische Art und Weise. Wer sich am Freitag Mittag Zeit nahm und sich ein wenig in dem Bereich aufhielt, konnte fast im Minutentakt die Falschfahrer zählen.

Besonders bemerkenswert in diesem Zusammenhang: Die Taxifahrer, die auf der Heinrich-von-Stephan-Straße eigene Parkbereiche nutzen können, fuhren ebenfalls entgegen der vorgeschriebenen Richtung auf ihre Plätze - direkt unter dem Verbotsschild hindurch. Und auch sie mussten natürlich immer erst vor dem Gegenverkehr wenden, wenn sie wieder einen neuen Auftrag bekamen.

Polizei will Situation kontrollieren

Die Polizei tauchte am Mittag einmal kurz mit einem Streifenwagen auf, der jedoch schnell wieder wegfuhr. "Die kümmern sich also nicht um Falschfahrer", schimpften einige Beobachter. Ein Anruf bei der Pressestelle im Kölner Polizeipräsidium ergab jedoch schnell ein anderes Bild. Der Wagen sei wegen eines anderen Einsatzes - genauer gesagt einer Personenfahndung - an der Heinrich-von-Stephan-Straße unterwegs gewesen, berichtete ein Polizeisprecher. Und die habe Vorrang gehabt: "Wir werden uns die Verkehrssituation aber genau anschauen", fügte er hinzu. Nur: Sofern die Stadt für ausreichend Beschilderung gesorgt habe, lasse sich nicht viel machen.

Dass Autofahrer oft nicht von Gewohnheiten abzubringen sind, selbst wenn sie mit der Nase darauf gestoßen werden, zeigt sich bei fast jeder Baustelle. Eines der deutlichsten Beispiele war 2009 die Großbaustelle Rat-Deycks-Straße in Opladen. Dutzende Autofahrer bogen seinerzeit an der Stadthalle nach links in die Fürstenbergstraße ab und fuhren damit gegen die damals dort geltende Einbahnstraßenrichtung.

Einige Autofahrer schafften es damals sogar, die Straße komplett bis zur Düsseldorfer Straße durchzufahren und ließen sich erst durch entgegenkommende Baufahrzeuge stoppen.

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Quelle: RP
 
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