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Verkehrsströme
Fast jeder zweite Leverkusener pendelt

Verkehrsströme: Fast jeder zweite Leverkusener pendelt
40.026 Berufstätige kommen jeden Tag nach Leverkusen. FOTO: fotos; uwe miserius
Leverkusen/Leichlingen. Eine neue Untersuchung des Statistischen Landesamtes IT-NRW hat sich den Verkehrsströmen der Berufspendler gewidmet. Ein wichtiges Ergebnis: Es kommen mehr Menschen zur Arbeit nach Leverkusen, als in andere Städte fahren. Von Peter Korn

Fast jeder zweite erwerbstätige Leverkusener fährt zur Arbeit in eine andere Stadt, in Leichlingen sind es sogar drei von vier: Dies geht aus der neuen Pendlerstatistik hervor, die das Statistische Landesamt IT. NRW jetzt vorgelegt hat.

Die Angaben beruhen auf der "Pendlerrechnung NRW 2014", deren Ergebnisse jetzt veröffentlicht wurden. Sie hat auch die Verflechtungen zwischen einzelnen Städten und Gemeinden unter die Lupe genommen.

Demnach gehen die meisten Leverkusener Berufspendler vor allem in Köln zur Arbeit (13.627). Es folgen Düsseldorf (3008), Langenfeld (2578), Bergisch Gladbach (1878), Burscheid (1745), Monheim (1660) Leichlingen (999) sowie etwas abgeschlagen Solingen, Wuppertal, Dormagen, Bonn, Remscheid und Hilden.

Das halten die Pendler vom neuen RE7 - National Express Rail FOTO: UM

Was insbesondere die Leverkusener Wirtschaftsförderung (WFL) jedoch freut, ist die Tatsache dass geringfügig mehr Menschen täglich zu einem Arbeitsplatz in Leverkusen in die Stadt pendeln, als Leverkusener in andere Orte. 40.026 zu 37.831 lautet das Verhältnis der Statistik zufolge.

Für WFL-Chef Dr. Frank Obermaier ist trotz dieses knappen Ergebnisses die Auswirkung auf die Stadt nicht zu unterschätzen. "Auspendler können regelrecht zu einem Domino-Effekt führen", warnte er im Gespräch mit unserer Zeitung: "Wenn mehr Menschen zur Arbeit in eine andere Stadt fahren, als nach Leverkusen kommen, bedeutet das für Anschluss-Geschäftszweige wie etwa Gastronomie, Zulieferer, Service-Dienstleister und andere deutliche Verluste."

Je weiter sich das Verhältnis in Richtung Auspendler verschiebe, desto mehr fließe auch Kaufkraft aus der Stadt ab. Die Gefahr, zu einer reinen Schlafstadt zu verkommen, nehme zu: "Das ist eine richtige Abwärts-Spirale", sagt Obermaier: Insofern sind wir sehr froh, dass wir immer noch die richtige Tendenz aufweisen."

Die Pendlerströme in den Städten

Anders als etwa die Nachbarstadt Leichlingen: Dort setzen sich mittlerweile jeweils drei von vier Berufstätigen in Auto, Bus oder Bahn, um in einer anderen Stadt ihrer Arbeit nachzugehen. 10.437 Arbeitnehmer bedeuten eine Auspendlerquote von 73,4 Prozent - die drittschlechteste im Kreisgebiet.

Die meisten von ihnen arbeiten in Leverkusen (2394). Köln (1563), Solingen (953), Düsseldorf (939)und Langenfeld (901).

Langenfelds Bürgermeister Frank Schneider kann einen täglichen Einpendlerüberschuss von etwa 4000 Berufstätigen verzeichnen. Kein Wunder, dass er die Statistik daher als positives Merkmal des eigenen Wirtschaftsstandorts wertet: "Wir haben inzwischen dauerhaft über 26.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit stetig steigender Tendenz", führt er an. Die allein auf Langenfeld bezogene Arbeitslosenquote von aktuell 5,0 Prozent gehöre zu den niedrigsten in NRW, und diese Marke wird, so Schneider, "von vielen Wirtschaftsexperten als Vollbeschäftigung bezeichnet".

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Bei solchen Werten kann Leverkusens Oberbürgermeister Uwe Richrath nicht mithalten. Gleichwohl hat auch seine Stadt mehr Pendler zu verzeichnen, die kommen, als jene, die gehen. Für den Stadtchef ist dies jedoch nicht nur wirtschaftspolitisch, sondern vor allem auch verkehrstechnisch zu betrachten.

"Diese enormen Ströme verursachen natürlich jede Menge Staus", sagte Richrath gestern auf Anfrage: "Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass einerseits immer mehr Menschen sich dafür entscheiden können, in Leverkusen zu wohnen und zu arbeiten, andererseits aber auch Verkehrswege ausgebaut und intelligent verknüpft werden."

Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die meisten Leverkusener, die in eine andere Stadt pendeln, in Köln arbeiten, komme beispielsweise dem Anschluss an die Straßenbahn zur Domstadt in der Waldsiedlung besondere Bedeutung zu.

Quelle: RP
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