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Leverkusen
FDP fordert Schloss-Sonderaktionen - auch ohne den Museumschef

Leverkusen. Den wahren Zündstoff hatte sich Dr. Monika Ballin-Meyer-Ahrens bis zum Schluss ihrer Parteitagsrede aufbewahrt. Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um Einsparungen bei der KulturStadtLev forderte die FDP-Ratsgruppen-Vorsitzende vor den FDP-Mitgliedern am Samstag zwar nicht die Schließung des Museums Morsbroich. Von Gabi Knops-Feiler

Doch die Freidemokratin verlangte nach einem anderen Programm, einer zusätzlichen Expertise, mit deren Hilfe es gelingen könne, jeden "durchschnittlichen" Bürger in "sein" Schloss zu holen. Das habe die FDP Leverkusen - deren Internetseite im Übrigen durch das Leverkusener Schloss geziert wird - schon vor Jahren gefordert, aber Museumsdirektor Heinzelmann habe abgelehnt. Sagte jedenfalls die Ratsvertreterin. "Dann geht es eben ohne ihn", deutete Ahrens ihre Marschrichtung unmissverständlich an, "doch nur 19 Besucher täglich können wir uns einfach nicht erlauben."

Sparvorschläge wären ohnehin in anderen Bereichen sinnvoller gewesen, sagte Ahrens, zum Beispiel im Baudezernat, das ein stringenteres Baurecht habe als die Landesregierung. Oder im Fachbereich Umwelt, der auf dem besten Weg sei, die Stadt zum Erholungsstandort "Bad Leverkusen" zu verändern, ätzte die Ratsfrau (an weiteren Sparvorschlägen für andere Verwaltungsbereiche arbeiten Wirtschaftsprüfer und die Stadt schon derzeit. Das ist in politischen Kreisen bekannt, d. Red.).

Von dem Bürgerantrag des FDP-Ehrenvorsitzenden Friedel Ferber, der forderte, die "Macht des Sparkassenchefs in Leverkusen zu beschränken", habe sie leider erst durch die Presse erfahren, sagte Ratsvertreterin Ahrens: "Mit uns hätte es diesen Antrag nicht gegeben." (Die Leverkusener FDP-Spitze und Friedel Ferber mögen sich bekanntlich überhaupt nicht).

Zuvor hatte Kreisvorsitzender Dr. Guido Fischer am Tagungsort, der FDP-Geschäftsstelle Dönhoffstraße, Rückschau und Ausblick gehalten sowie Stellung zur Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin bezogen. Er vermisse eine klare Ansage von Angela Merkel, wie Deutschland die Flüchtlingskrise bewältigen könne. Das Verhalten von Seehofer sei aber beschämend. Jeder, der CDU wähle, entscheide sich indirekt für deren Schwesterpartei CSU, ergänzte er, die FDP sei die bessere Alternative. Die FDP hatte sich unter anderem mit Broschüren bei 50.000 Leverkusener Haushalten ins Gedächtnis gerufen und mit dem ADFC die Aufhebung des Radfahrverbotes in der Fußgängerzone Schlebusch propagiert.

Bei den turnusgemäßen Vorstandswahlen wurden Kreisvorsitzender Guido Fischer, die Stellvertreter Agnes Pötz und Jörg Hausmann, Schatzmeister Jörg Berghöfer und Schriftführerin Christine Blasberg für weitere zwei Jahre in ihren Ämtern bestätigt.

Quelle: RP
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