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Leverkusen
Feuerwehr übt im Abbruchhaus den Ernstfall

Wohnhaus brennt: Die Feuerwehr probt den Ernstfall
Leverkusen. Heizungsarbeiten im Keller eines Mehrfamilienhauses an der Gezelinallee hatten am Freitag schwerwiegende Folgen: Erst kam es zu einer Verpuffung. Dann verbreitete sich der Rauch - während der Monteur bewusstlos im Keller lag - im Treppenhaus und versperrte einem Bewohner im ersten Stock den Fluchtweg nach unten. Von Susanne Genath

Die von einer Passantin alarmierte Feuerwehr konnte jedoch beide Männer aus dem Haus befreien: Vier Minuten nach Eintreffen der Wehrleute war der Mieter im Obergeschoss dem Rettungsdienst übergeben, der bewusstlose Monteur nach weiteren vier Minuten. Gute Zeiten, befand Brandrat Thomas Kresse. Denn der Einsatz in Schlebusch war nur eine Übung.

Das Gebäude hat die Firma HKM Bauentwicklung zur Verfügung gestellt. "Wir wollen es Mitte Juli/Anfang August abreißen", berichtet Prokurist Philipp Müller. Bis dahin darf die Leverkusener Feuerwehr auf dem Gelände trainieren. "Das ist eine enorme Abwechslung", sagt Kresse, Leiter der Abteilung Gefahrenvorbeugung. "Keiner kennt das Haus." Da sei der Übungseffekt höher als auf bekanntem Gelände.

Feuerwehr trainiert in Abbruchhaus FOTO: Miserius, Uwe

Trainiert werden kann hier auch alles: Menschenrettung über die Drehleiter, Absuchen eines verrauchten Gebäudes ("Man geht immer an der Wand entlang"), Einsatz einer Wärmebildkamera, Absicherung der eigenen Leute durch einen Sicherheitstrupp, der sich draußen bereit hält, Brandbekämpfung und - ganz zum Schluss - "Entrauchung" des Gebäudes mit einem Hochleistungslüfter. Den Rauch haben übrigens drei Nebelmaschinen produziert.

"Aus meiner Sicht ist das Ganze hervorragend gelaufen", findet auch Brandoberinspektor Harald Theisen (44) nach Ende der Übung. Er hat den Einsatz des Löschzugs Süd der Berufsfeuerwehr mit zwölf Leuten und vier Fahrzeugen geleitet - weniger Kräfte als in einem echten Einsatz. "In der Regel kommen wir bei einem solchen Alarm mit bis zu 30 Einsatzkräften", erklärt Brandrat Kresse. "Aber wir wollen durch eine Übung nicht die Sicherheit des Stadtteils gefährden." Schließlich brauche man noch genügend einsatzbereite Feuerwehrleute, die bei einem tatsächlich Brand ausrücken können.

 

Quelle: RP
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