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Leverkusen
Feuerwehrbau wird heute im Stadtrat beschlossen

Leverkusen. In nichtöffentlicher Sitzung soll der Stadtrat heute das Projekt "Neubau Hauptfeuer- und Rettungswache Leverkusen" beschließen. Ein Privatunternehmen soll die Zentrale bauen und unterhalten. Dabei geht es knapp 100 Millionen Euro. Von Ulrich Schütz

Die 1970 bezogene Feuerwehrzentrale an der Stixchesstraße (neben TÜV) ist zu alt, stark sanierungsbedürftig und zu klein: Gegenüber dem Erstbezug hat sich die Zahl der Feuerwehrleute verdoppelt, die heute an der Stixchesstraße Dienst schieben. Die Feuerwehrverwaltung arbeitet teils in Containern. Der Werkstattbereich ist unzureichend. Die Feuerwehrspitze sagt, dass es bei Großeinsätzen zu Problemen etwa mit Atemschutzgeräten kommen könnte. Das Geld für einen Neubau bekommt die Stadt aber seit Jahren nicht ge-stemmt. Deshalb soll heute die Realisierung der Feuerwehrzentrale über ein Privatunternehmen beschlossen werden. Denn: Allen für Sanierung und Ausbau der heutigen Zentrale wären rund zehn Millionen Euro nötig. Baubeginn für den Neubau sollte übrigens schon 2015 sein.

Der Vertrag mit der Privatfirma wird als "Lebenszyklusmodell" über 25 Jahre laufen. Die Gesamtkosten liegen nach unseren Informationen bei mindestens 90 Millionen Euro. Ein Viertel dieser Summe will die Stadt über die Gebühren für Rettungseinsätze refinanzieren. Dazu kommen weitere Kosten für die Leitstellentechnik. Der Grundstückspreis ist ebenfalls nicht enthalten, die Stadt stellt die Fläche.

In der ersten Bieterrunde nach der Ausschreibung haben sich fünf Firmen beteiligt, in der zweiten waren es noch drei Unternehmen. Sie mussten einen durchschnittlichen Jahresumsatz von mindestens 40 Millionen Euro und Referenzen im Bau großer Gebäude (Gefängnisse, Polizeipräsidien, Feuerwehren) sowie zu den geforderten Reinigungsleistungen nachweisen. Alle Anbieter kommen aus Deutschland.

Mit weiteren Informationen hält sich die Stadt zurück, weil das Vergabeverfahren nichtöffentlich laufen muss. Schon kleine Fehler können zur Anfechtung führen. Jeder unterlegene Bieter der 1. Angebotsphase erhält übrigens 15.000 Euro als pauschale Entschädigung. Firmen, die nach der zweiten Phase den Auftrag nicht bekamen, bekommen jeweils weitere 10.000 Euro, wenn ein vollständiges Angebot vorlag. Immerhin geht es bei dem Feuerwehrprojekt um einen lukrativen Auftrag, der seit Jahren in der Lokalpolitik kontrovers diskutiert wird. Die größte Kritik entzündete sich an der geplanten Lage: Die Feuerwehrzentrale soll an der Edith-Weyde-Straße auf den alten Bayer-Parkplätze (gegenüber Flugplatz Kurtekotten) gebaut werden, nur ein paar Meter von der Grenze zu Köln entfernt. Dies hielten einige Ratspolitiker für viel zu weit weg von den Leverkusener Stadtteilen. Zudem machte Ratsvertretern die Nähe zu den Gefahrenbetrieben im Chempark Sorgen. Die städtischen Fachleute wiesen diese Bedenken zurück.

Zu dem Gesamtpaket, das von dem Privatunternehmen übernommen wird, gehören Finanzierung, Bau (rund 10.000 qm Nutzfläche, 8100 qm Außenfläche), Einrichtung sowie Unterhaltung und Pflege (einschließlich Winterdienst) der neuen Zentrale - aber wohl nicht die Leitstellentechnik, heißt es in den Ausschreibungsunterlagen vom 3. September 2014. Eine Vertragsverlängerung ist nicht vorgesehen. Für die Baukosten wird ein Festpreis vereinbart, die Betriebskosten können nach einem Indexverfahren während der 25 Jahre angepasst werden.

Die neue Feuerwehrzentrale soll innerhalb von 24 Monaten nach dem Zuschlag betriebsbereit sein. Dies dürfte 2018/2019 sein. In das Gebäude zieht auch die Freiwillige Feuerwehr Wiesdorf ein, die bisher an der Moskauer Straße (nahe Hauptstraße) stationiert ist.

Quelle: RP
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