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Leverkusen
Feuerwehrchef fordert Sirenen für ganz Leverkusen

Leverkusen. Der Großbrand im Chempark Wiesdorf am Wochenende wird Leverkusen verändern: Feuerwehrchef Hermann Greven fordert ein erweitertes Sirenenkonzept für die ganze Stadt. Von Ulrich Schütz

Die Umsetzung ist offen. Dass es den Schutz der Bevölkerung erhöhen wird, lässt sich kaum bezweifeln. Was die Ursache für den Brand in dem Abfüllbereich des Momentive-Betriebes gewesen ist, darüber informierte der Firmensprecher gestern nicht. Er verwies auf die Ermittlungen der Kölner Kripo. Die Firma "Momentive Performance Materials GmbH" gilt dabei als Beschuldigte. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung. Dazu wird geprüft, ob gegen das Unternehmen eine Umweltstrafe verhängt werden muss.

Noch haben die Brandermittler ihre Arbeit nur in beschränktem Maße aufnehmen können: "Den Brandort, also das Gebäudeinnere, können wir wegen Einsturzgefahr derzeit nicht betreten", sagte gestern ein Sprecher des Polizeipräsidiums. Der Statiker habe den Abfüllbetrieb noch nicht freigegeben. Für die Löscharbeiten waren in der Nacht von Samstag auf Sonntag 175 Feuerwehrleute im Chempark im Einsatz. Sie konnten erst nach sieben Stunden "Feuer aus" melden. Der Brand war im Erdgeschoss ausgebrochen und hatte sich relativ schnell ins erste Obergeschoss des sechsstöckigen Baus ausgebreitet.

Durch die große Hitze können grundsätzlich die tragenden Teile des Gebäudes an wichtigen Stellen zerstört worden sein. Wegen der nach Köln treibenden Rauchwolke hatte zunächst die Domstadt-Feuerwehr die Katastrophenmeldungs-App "Nina" ausgelöst. Dieses kleine offizielle Programm lässt sich auf Mobiltelefonen installieren. Der Nutzer kann einstellen, in welchen Städten er gewarnt werden will.

Die Feuerwehr Leverkusen schaltete Samstagnacht "Nina" etwas später scharf und löste im Bereich Wiesdorf Sirenenalarm aus. "Die Sirenen brauchen wir, um die Anwohner quasi erst einmal zu wecken und aufmerksam zu machen, dass es in ihrer Nähe eine Gefahrensituation gibt", sagte Greven. Vor ein paar Wochen wurden auch rund um Dynamit Nobel Sirenen installiert, "dort ist ebenfalls ein potenzieller Gefahrenstandort", so Greven. Die Anlagen sollen bald einsatzklar sein.

Der Feuerwehrchef ist heute der Meinung, dass überall in Leverkusen Sirenen sinnvoll sind, weil so schnell viele Bürger erreichbar sind. Und "Nina" soll demnächst eingesetzt werden, um beispielsweise die Leverkusener über Bombenentschärfungen zu informieren.

Quelle: RP
 
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