| 00.00 Uhr

Leverkusen
Findbuch als historische Wundertüte

Leverkusen: Findbuch als historische Wundertüte
Auch Bauakten aus der Stadtgeschichte mussten die Archivarinnen Gabriele John und Elke Ebbinghaus sichten, um das Findbuch zur "Bürgermeisterei Küppersteg/Stadt Wiesdorf" erstellen zu können. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Stadtarchivarin Gabriele John und ihr Team erstellten ein neues Repertorium für Wiesdorf und Küppersteg und brachten dabei vergessene Details der Stadtgeschichte ans Licht, wie etwa den Fund eines Mammutzahns im Jahr 1913. Von Gabi Knops-Feiler

Die Arbeit in den Archiven der Stadt Leverkusen ist nicht immer nur eine trockene Angelegenheit. Dieser Ansicht ist jedenfalls Leiterin Gabriele John. Obwohl Mitarbeiterin Elke Ebbinghaus tatsächlich hin und wieder eine Staubmaske tragen musste, als sie das jüngste Findbuch "Bürgermeisterei Küppersteg/Stadt Wiesdorf" erstellte, kamen dabei einige interessante und längst vergessene Details ans Tageslicht. Speziell die Bauakten enthielten Informationen zur Stadtgeschichte. Eine davon beschrieb John als "ganz großartige Wundertüte". Darin enthalten war zum Beispiel ein Zeitungsartikel aus dem Jahr 1913, der über den Fund eines Mammutzahns berichtete. Gefunden wurde der prähistorische Schatz bei Bauarbeiten an der Adolfstraße in Wiesdorf. Weil man damals nicht sorgfältig genug arbeitete, wurde er bei den weiteren Ausgrabungen beschädigt.

Ein anderes Beispiel: Als Frauen zum ersten Mal wählen und für den Gemeinderat kandidieren durften, waren Meta Gebauer, Emmi Rühmann und Marga Schwenke auf Anhieb erfolgreich und somit die ersten Politikerinnen, die sich aktiv in die Belange von Bürgern einmischten. Aufgeführt sind diese und viele weitere Angaben im "Findbuch" unter der Überschrift "Verfassung und Verwaltung der Bürgermeisterei" und der Rubrik "Wahlen und Parlamente".

Ein Findbuch - auch Repertorium genannt - ist für Archivnutzer das wichtigste Hilfsmittel bei der Suche nach Unterlagen zu ihrem Thema. Im Kern umfasst das jetzt erstellte Verzeichnis umfangreiche Informationen aus den Jahren 1889 bis 1930, also dem Zeitraum, in dem aus den Dörfern Wiesdorf und Bürrig die Stadt Leverkusen entstanden ist. Um das Buch auf 310 DIN-A-4 Seiten komprimieren zu können, musste Ebbinghaus, unterstützt durch die stellvertretende Archivleiterin Sylvia Geburzky, rund 2300 Akten wälzen. Was jetzt noch fehlt, ist ein Findbuch über Opladen aus den Jahren von 1815 bis zur Eingemeindung am 1. Januar 1975. Dieses Werk ist zu 80 Prozent fertiggestellt. Sind sämtliche Angaben vorhanden, das dürfte voraussichtlich im nächsten Jahr der Fall sein, ist geplant, alle Angaben ins Internet zu stellen. Digitalisiert werde aber nichts, sagte John. Ein Archivgesetz besage, Dinge möglichst in dem Zustand zu bewahren, in dem sie entstanden sind. Sprich: Papier. Mit einigen Ausnahmen, wenn es gilt, Werte vor Benutzern zu schützen und leicht zugängig zu machen. Insgesamt seien 6000 Meter Akten im laufenden Bestand. Davon sei erst ein ganz kleiner Teil digital verfügbar. Schließlich, sagt John, sei auch alles eine Kostenfrage.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Leverkusen: Findbuch als historische Wundertüte


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.