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Großbaustelle Busbahnhof Wiesdorf
Flaute auf dem Rialto-Boulevard

Großbaustelle Busbahnhof Wiesdorf: Flaute auf dem Rialto-Boulevard
Jürgen Rogalski vom "Eiscafé Stazione" ist sauer. Die Kunden bleiben wegen der Busbahnhof-Großbaustelle weg. Wenn das so bleibe, überlegt er, mit anderen Geschäftsinhabern etwas zu unternehmen, gegebenenfalls per Anwalt. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Wegen der Einrichtung der Baustelle in der City ändern sich die Wege der Kundschaft. Händler klagen über Einbußen. Von Gabi Knops-Feiler

Wiesdorf An normalen Tagen herrscht nachmittags rege Betriebsamkeit in der Passage zwischen Busbahnhof und Eingang zur Leverkusener Innenstadt. Menschen, die dort unterwegs sind, schlendern gerne an den Geschäften auf dem Rialto-Boulevard entlang. Oder sie bleiben stehen, um hier und dort etwas zu kaufen. Am Mittwoch ist es ziemlich ruhig. Genau genommen ist es seit 14 Tagen ruhig. Genau seit dem Start der Umbauarbeiten am Busbahnhof Wiesdorf. Aber: Bleiben die Menschen aus, geht auch der Umsatz zurück. Entsprechend unzufrieden mit dieser Gleichung sind die Geschäftsleute auf der kurzen Einkaufstraße.

"Wir warten jetzt gerade wieder auf Gäste", beschreibt Carmen Milde (54), Mitarbeiterin im Freizeitpalast "Uncle Sam" auf der Ecke. Obwohl es jeden Mittwoch spezielle Sonderangebote und alles zum halben Preis gibt, sind nur drei Billard-Tische besetzt. "Bislang brummte das Geschäft an solchen Tagen", sagt die Mitarbeiterin und schiebt das eindeutig auf die Baustelle. Eine Etage darüber, in der Brückenschänke, die dem gleichen Besitzer gehört, sieht es nicht besser aus. Auch dort bleiben die Gäste aus.

Obwohl er am bisher heißesten Tag des Frühlings gut zu tun hat, ist der Besitzer des "Eiscafé Stazione" auf der gegenüberliegenden Seite stinksauer. Jürgen Rogalski sagt: "Die Sonne scheint nicht jeden Tag. Wenn es regnet, kommt niemand", bedauert er. Geht es nach ihm, dann schließen sich die Besitzer aller Ladenlokale auf der Rialto-Brücke zusammen und unternehmen etwas gemeinsam, notfalls mit Hilfe eines Anwalts oder eines Gutachters. "So kann es jedenfalls nicht weiter gehen", schimpft Rogalski: "Die Stadt muss irgendwas tun." Was, weiß er allerdings nicht. Noch nicht.

"Seit fast zwei Wochen ist hier jeder unzufrieden", bestätigt Ismet Simsik vom "Gold Center". Er hat auch noch keine konkrete Idee, wie man sich wehren könnte. Fest steht für ihn: "Mein Umsatz ist im Schnitt um 50 Prozent gesunken."

Gesunken ist ebenfalls der Anteil der Stamm- und Laufkundschaft im Friseurgeschäft. Savas Kirmizidam, Chef von "Elite Friseur", sagt, die Kunden kämen nicht mehr, weil sie nicht bereit seien, weite Umwege zwischen Bushaltestelle und Geschäft zurückzulegen. Mit dem Ergebnis, das rund 30 Prozent weniger Geld in die Kasse kommt. Kirmizidam ist nicht davon überzeugt, dass es bei der Bauzeit von anderthalb Jahren bleibt. "Die Arbeiten dauern bestimmt länger", vermutet er. Auch etwas, was nicht zur Verbesserung der Laune beitragen dürfte.

Quelle: RP
 
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