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Leverkusen
Fluchttüren in LEG-Haus falsch eingebaut

Leverkusen: Fluchttüren in LEG-Haus falsch eingebaut
Die Fluchttüren im Mietshaus an der Friedrich-List-Straße gehen nicht - wie vorgeschrieben - nach außen auf, sondern nach innen. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Auf Hinweis der Mieter werden bald neue Türen eingebaut. Eine Wohnung mit Ruhestörern wurde gestern geräumt. Von Susanne Genath

Der Ärger für die Mieter in der Eisenbahnersiedlung in Opladen reißt nicht ab. Der Eigentümer, die frühere landeseigene Wohnungsgesellschaft LEG, lässt die Häuser zurzeit sanieren. Nach unzureichend gesicherten Asbestplatten im Garten und nicht beseitigten Fäkalien im Keller müssen sich die Bewohner an der Friedrich-List-Straße neuen Problemen stellen. "Wir haben vor etwa drei Wochen neue Fluchttüren bekommen", berichtet Mieter Reiner Houska. Sie führen auf jeder Etage über einen Außenbalkon zu einer Treppe. Der Haken an der Sache: "Die Türen gehen nach innen auf anstatt nach außen."

Dies habe man auch sofort dem Bauunternehmen gesagt, das aber zunächst den Fehler abgestritten habe. "Erst, als wir den Fluchtplan vorgelegt haben, räumte der Generalunternehmer ein, dass die 20 Türen falsch eingebaut worden seien." Getan habe sich seitdem aber nicht. "Wenn es jetzt hier brennen sollte, funktionieren die Fluchtwege nicht", sagt der 73-Jährige.

Und damit nicht genug. Vor zwei Tagen kam es sogar zu einem Polizeieinsatz in dem Haus. Nicht wegen der falschen Türen, sondern wegen neuer Bewohner. "Die LEG hat vor einigen Wochen acht bis zehn rumänische Gastarbeiter in einer leerstehenden Wohnung einquartiert, die für das Unternehmen Wohnungen sanieren. Aber nur einer hat einen Schlüssel bekommen", erzählt Houska aus Gesprächen mit einem der Männer.

Die Folge: "Abends ab 18 oder 19 Uhr, wenn die Rumänen nach Hause kommen, wird auf dem Flur herumgebrüllt, dass einer die Tür aufmachen soll." Da die neuen Bewohner aber oft betrunken seien und dann tief schliefen, hörten sie in der Wohnung das Klopfen der übrigen häufig nicht. Und so bollerten die Männer draußen auch gegen andere Wohnungstüren, um irgendwo hineinzukommen. Am Mittwochabend sogar fast bis Mitternacht. Schließlich riefen Mieter die Polizei.

Die Beamten bestätigen, alarmiert worden zu sein und auf dem Flur drei Rumänen angetroffen zu haben, die ausgesperrt worden seien. Da sich die drei jedoch bereit erklärt hätten, sich eine andere Schlafgelegenheit zu suchen, seien keine weiteren Maßnahmen nötig gewesen. "Straftaten lagen nicht vor", berichtet Polizeisprecher Andre Faßbender. Das beruhigt Reiner Houska jedoch nicht. "Wir haben in dem Haus mittlerweile richtig Angst vor den Männern", sagt er.

Auf Anfrage unserer Redaktion reagierte die LEG gestern umgehend. "Aufgrund der beschriebenen Situation vor Ort wird diese Wohnung noch heute geräumt", teilte Sprecher Thomas Feldmann mit. "Für den entstandenen Ärger bitten wir unsere Mieter um Entschuldigung." Die rumänischen Männer seien Mitarbeiter eines beauftragten Fachunternehmens für die Leerwohnungssanierung.

Der Brandschutz des Hauses bestehe jedoch trotz der falsch eingebauten Türen weiter in vollem Umfang, versichert Feldmann. Neue Türen seien aber schon bestellt. "Sie werden unmittelbar nach Lieferung im Zeitraum vom 18. bis 21. Dezember eingebaut."

Quelle: RP
 
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