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Leverkusen
Flüchtlinge: 450 Betten an der Auermühle sind frei

Leverkusen. In Herne werden fünf Turnhallen, die das Land dort bisher als Flüchtlingsunterkünfte genutzt hatte, in den nächsten Wochen wieder den Sportlern zur Verfügung stehen. Notunterkünfte in Senne und Stieghorst im Großraum Bielefeld sind bald leer. Und auch in Leverkusen sind am auf bis zu 600 Personen ausgelegten Standort Auermühle gerade noch 150 Bewohner übrig. Von Peter Korn

Die geänderte politische Lage an der EU-Außengrenze sowie der Versuch der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg, das Zuweisungsverfahren an die Kommunen gerechter zu gestalten, haben manchen Städten eine Verschnaufpause verschafft.

Unterkünfte zurückzubauen oder gar dauerhaft aufzugeben komme aber nicht in Frage, betonte ein Sprecher der Behörde auf Anfrage unserer Redaktion. "Wir wollen nicht noch einmal einen Hilferuf wie im vergangenen Herbst starten müssen." Damals waren bis zu 16.000 Flüchtlinge pro Woche binnen zwei Monaten nach NRW gekommen. Derzeit seien es vielleicht 1500 bis 2000. Diese "spürbare Entspannung" mache es derzeit möglich, Flüchtlinge nur auf Kommunen zu verteilen, die 2015 unter ihrem Soll geblieben sind - darunter sind vor allem rheinländische Großstädte, die in der heißen Phase im Herbst um Aufschub gebeten hatten. Leverkusen gehört nicht dazu.

Die Zahl der in der Stadt lebenden Flüchtlinge (Asylbewerber, Asylberechtigte bzw. Personen mit humanitärer Aufenthaltserlaubnis, Ausreisepflichtige mit Rückführungshindernis) - ohne Landesflüchtlinge - beträgt insgesamt 3565 (Stand Ende Januar 2016). Dies teilte eine Stadtsprecherin jetzt mit.

In den städtischen Übergangseinrichtungen seien derzeit rund 1050 Plätze belegt. "Eine geringe Anzahl ist noch belegbar", betont die Verwaltung. Rund 440 Personen leben in von der Stadt gemieteten Wohnungen. Rund 1550 Plätze stehen für Landesflüchtlinge zur Verfügung - die Kölner Bezirksregierung meldet die Zahlen täglich zur Koordinierungsstelle nach Arnsberg.

Dass dauerhaft weniger Flüchtlinge kommen werden - daran glaubt dort aber noch kaum jemand.

Die jetzige Flaute sei eine notwendige und wichtige Pause für die Helfer, mehr aber auch nicht, heißt es. Im Regierungsbezirk Köln stehen 14.000 Plätze zur Verfügung - besetzt sind zurzeit etwa 4500. Geschlossen werden aber so gut wie keine Unterkünfte, betont der Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg. Denn: "Wir wissen ja nicht, wie sich das Weltgeschehen weiterhin ändern wird." Die Situation sei daher derzeit wohl eher die Ruhe vor dem nächsten Sturm.

Quelle: RP
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