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Leverkusen
Flüchtlinge helfen, Bäume zu setzen

Leverkusen. Arif, Mohammad und Sobhan strahlen. Die Frühlingssonne scheint ihnen ins Gesicht, und sie haben ihren Plan, einen Baum zu pflanzen, in die Tat umgesetzt. Ein Mirabellenbaum ist es geworden. "In drei oder vier Jahren kommen wir wieder und schauen uns an, was daraus geworden ist", sagt Mohammad. Die 16-jährigen Flüchtlinge unterstützen ein Projekt der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU). 20 verschiedene Bäume - von Kirsche, Apfel, Walnuss bis hin zu Mirabelle - wurden am Wochenende auf der Wiese in der Nähe des Bahnübergangs Sandstraße/Rothenberg gepflanzt. "Die Ausgleichsflächen gehörten einem Bauer, der zuvor die Wiesen nur gemäht hat", erklärt Profesoor Martin Denecke, Vorstand der LNU Ortsgruppe. Dadurch könnten sich die Blütenpflanzen nicht richtig entfalten und keine Samen verteilen. Deshalb sei man froh, nun die Fläche als Streuobstwiese zu benutzen. Von Tobias Falke

"Durch das Pflanzen der Bäume kommen viele Insekten, die wiederum Mäuse anlocken. Kommen die Mäuse, kommen automatisch die Vögel - ein Kreislauf. Gleichzeitig fördern wir den Erhalt der Bienen, die durch den Duft der Blüten angelockt werden", erklärt Denecke. Mehr als 20 Personen helfen aktiv mit. "Das funktioniert auch nur durch die gute Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund und der Nachbarschaft", weiß Britta Demmer, die sich seit Jahren im Naturgut Ophoven für die Natur einsetzt.

Dass zum ersten Mal Flüchtlinge mit dabei sind, liegt an Matthias Fromageot. Er ist der stellvertretende städtische Musikschulleiter und hat dort unter anderem eine Gitarren-Gruppe für junge Flüchtlinge gegründet. "Von den jungen Leuten kann man noch einiges lernen", erzählt er. "Dass man in diesem Alter voller Eifer und lernwillig ist, das erlebe ich bisher nicht so oft." Sobhan sei zum Beispiel bereits so gut, dass er mittlerweile eine eigene kleine Gruppe leiten darf.

Als die drei aus Afghanistan stammenden Jugendlichen hörten, dass Bäume gepflanzt werden, wollten sie unbedingt dabei sein. "In Afghanistan haben wir so etwas öfter gemacht. Ich mag das einfach", erzählt Arif. Er fühle sich zwar wohl in Leverkusen, aber vermisse seine Familie. Über das Internet hält er Kontakt, aber ob die Familie jemals nach Deutschland kommt, bezweifelt er. Deshalb ziehe es ihn manchmal wieder zurück nach Afghanistan. Die Baumpflanzaktion war eine gelungene Abwechslung.

Quelle: RP
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