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Leverkusen
Flüchtlinge reparieren Segelboot für Kinder

Leverkusen. Der Yacht-Club Hitdorf und das Berufskolleg Opladen sind eine Kooperation eingegangen, die Nachahmer sucht. Von Sidney-Marie Schiefer

Im Hitdorfer Yacht-Hafen schwimmt seit Samstag ein Segelboot mehr. "BKO 1" heißt das blaue Bötchen. Der Optimist trägt seinen Namen als Dank an die Schüler der internationalen Förderklasse des Berufskollegs Opladen. Die Schule unterrichtet in dieser Klasse ausschließlich Flüchtlinge. Gemeinsam mit ihrem Lehrer Markus Lutze haben die Schüler das Boot vom Yacht-Club renoviert. Im Gegenzug konnten die Flüchtlinge an einer Segelstunde auf dem Rhein teilnehmen.

Die Arbeiten am Boot waren in den Unterricht der Flüchtlinge integriert. Neben der Sprache lernen die Jugendlichen auch im handwerklichen Bereich. Die Schüler der Sparte Holz haben ein halbes Schuljahr wöchentlich an dem heruntergekommenen Boot des Yacht-Clubs gearbeitet. "Es ist wichtig für die Flüchtlinge, ihre handwerklichen Fähigkeiten beweisen zu können", sagte Schulleiterin Thea Kuhs. In den praktischen Fächern würden die Flüchtlinge sehr schnell Erfolge erleben, erklärte sie weiter.

Die Zusammenarbeit mit dem Yacht-Club ist noch recht neu. Das Projekt sei aus Zufall heraus entstanden, berichtete Lutze. Der Lehrer traf den aktiven Bootsportler Horst Wende am Tag der offenen Tür. Wende stellte daraufhin den Kontakt zum Yacht-Club Hitdorf-Wuppertal her.

Dort werden Optimisten meistens von Kindern bis 14 Jahren gefahren. Die jungen Segler üben mit den kleinen Booten. Dabei geht schon mal das ein oder andere kaputt und muss repariert werden. Die Arbeit machten die Flüchtlinge unentgeltlich. Das Material wurde von dem Yacht-Club bereitgestellt. "Auch die Schüler profitieren von dem Kontakt zum Yacht-Club", betonte die Schulleiterin. Die Flüchtlinge würden so in den normalen Alltag in Leverkusen integriert und könnten die Stadt dadurch besser kennenlernen. "Viele von ihnen haben bei der Segelstunde zum ersten Mal den Rhein gesehen", sagte Lutze.

Die Jugendlichen kommen zum Teil aus Nigeria und Afghanistan. In der Schulklasse sind sie unter sich. Das Projekt sei eine gute Möglichkeit, Leverkusener Vereine kennenzulernen, sagte Kuhs. Und die Freude über die Gelegenheit, etwas Neues zu erleben, sei den Jugendlichen bei ihrer ersten Segelstunde deutlich anzumerken gewesen. "Ich hatte Tränen in den Augen, meine Schüler waren alle so motiviert", betont Lutze.

Die Schule strebt für die Zukunft weitere Kooperationen mit Vereinen an. "Wir suchen auch Unternehmen, die Praktika anbieten", appellierte die Schulleiterin. Die Schüler haben die Möglichkeit, am Berufskolleg einen Hauptschulabschluss zu machen. Wichtig sei es, die Flüchtlinge danach gut im Arbeitsmarkt unterzubringen, betonte Lutze.

Quelle: RP
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