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Leverkusen
Flüchtlinge: Wie Ehrenamtler helfen

Leverkusen: Flüchtlinge: Wie Ehrenamtler helfen
FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. 70 ehrenamtliche Flüchtlingshelfer werden in ihren Einsätzen von der Caritas bereits koordiniert, weitere stehen in den Startlöchern. Die RP gibt einen Überblick, wo schon geholfen wird und wofür die Caritas noch Ehrenamtler sucht. Von Gundhild Tillmanns

Als Bereicherung empfinden die vielen ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuer in Leverkusen ihre Tätigkeit, berichtet Hieronymus Messing von der Caritas-Stabsstelle für Flüchtlingsbetreuung. "Wir haben so viel über die Welt gelernt", sei beispielsweise eine Äußerung von Ehrenamtlern. 70 Leverkusener haben sich seit September bei der Caritas gemeldet, die sich ehrenamtlich für Flüchtlinge engagieren möchten. Weitere stehen laut Messing in den Startlöchern für die geplanten Unterkünfte in Schlebusch. So sollen am Dienstag, 21. April, ab 18 Uhr, im Ratssaal Interessenten für die ehrenamtliche Flüchtlingshilfe schon über eine ganze Reihe von Angeboten der Caritas informiert werden, die Messing der RP erläuterte.

Wo wird schon ehrenamtliche Flüchtlingshilfe geleistet? Neu ist das "Café international" seit dem 9. März in der Pfarrgemeinde St. Michael in Opladen an der Sandstraße, wo auch das bisher größte Flüchtlingsquartier steht. Montags und mittwochs öffnen dort Ehrenamtler den Treffpunkt zur Begegnung, zum Deutschlernen und zur Freizeitgestaltung. Bis zu 40 Flüchtlinge kommen bereits regelmäßig dorthin.

Gibt es auch Aktivitäten an den neueren Flüchtlingsunterkünften? Im ehemaligen Hotel an der Bebelstraße, wo eine neue Flüchtlingsunterkunft hergerichtet wurde, gibt es im ehemaligen Frühstücksraum einen von Ehrenamtlern organisierten Treffpunkt. Auch dort wird Deutsch gelernt, alleine schon durch den Austausch, und es wird etwas für die Freizeitgestaltung getan. So hat ein engagiertes Ehepaar bereits eine Wandergruppe gegründet. Jeden Dienstag ab 15 Uhr wandern die Leverkusener mit etwa 20 Flüchtlingen unter anderem am Rhein.

Gibt es auch lebenspraktische Hilfen von Ehrenamtlern für die Asylbewerber? Viele gehen mit Flüchtlingen einkaufen oder begleiten sie bei Behördengängen. Manche Helfer haben sich regelrecht spezialisiert, wie etwa eine Helferin, die an der Sandstraße die Flüchtlinge dabei unterstützt, ihre Anträge für das Bildungs- und Teilhabegesetz auszufüllen.

Melden sich auch Helfer mit konkreten Vorstellungen und Plänen? Erst gestern meldete sich eine ältere Dame bei der Caritas, die Flüchtlingen Deutschunterricht geben möchte und sogar schon einen Raum dafür organisiert hatte. Die neue Koordinatorin der Caritas konnte auch gleich passende Flüchtlinge benennen, die für dieses Angebot in Frage kommen.

Welche ehrenamtlichen Hilfsangebote werden noch dringend benötigt? Die Caritas braucht einen Ehrenamtler, der sich mit der Gebühreneinzugszentrale (GEZ) auskennt. Denn laut Messing kommen immer wieder überflüssige GEZ-Bescheide in die Sammelunterkunft an der Sandstraße "geflattert".

Freizeit Gesucht werden auch Helferinnen, die an der Sandstraße eine kleine Strickgruppe für Flüchtlingsfrauen betreuen möchten. Ein Raum und genügend wolle sind vorhanden.

Sprachen Vor allem ehemalige Flüchtlinge, die schon in Leverkusen integriert sind, bieten sich als Übersetzer oder Helfer an. Weitere werden stets gesucht, da mittlerweile Flüchtlinge aus 40 Nationen in der Stadt leben. Die größte Gruppe der Flüchtlinge sind Syrer.

Kontakt zur Caritas-Flüchtlingshilfe Tel. 0214 403 940 (Lioba Engels-Barry).

Quelle: RP
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