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Leverkusen
Flüchtlingsheim Auermühle ist vorzeitig leergezogen worden

Leverkusen. Schon vergangene Woche und nicht, wie geplant, Ende des Jahres, ist die Notunterkunft für Flüchtlinge in der Auermühle bereits geräumt worden. Zuletzt lebten dort noch 80 Personen, die nun in die Unterbringungseinrichtung Görresstraße umgezogen sind. "Nun baut die Bezirksregierung dort die Leichtbauhallen zurück", sagt Freia Johannsen, Sprecherin der Bezirksregierung Köln. Sie wurden Ende 2015, am Höhepunkt des Flüchtlingsstroms, auf den dortigen Liegewiesen für einen schnellen Bezug errichtet. Das Gelände hatte die Behörde von der Stadt gemietet. Von Marion Meyer

Gerüchte von randalierenden Flüchtlingen in der Auermühle, Beschwerden über verdreckte und demolierte Unterkünfte sowie über zwielichte Aufsichten, wie unserer Zeitung von einem angeblichen Augenzeugen berichtet wurde, sind der Behörde nicht gemeldet worden. "Wir haben keine Beschwerden erhalten", sagt die Sprecherin. Außerdem würden dort eigene Mitarbeiter ebenfalls vor Ort regelmäßig kontrollieren.

Die sinkenden Flüchtlingszahlen spiegeln sich also auch in Leverkusen wider. Somit sind die Prognosen und die potenziellen Plätze auch reduziert worden im Land, von 15.000 auf jetzt 11.000. Was nun mit dem ehemaligen Freibad Auermühle passiert, darüber entscheidet die Stadt. Ob die dortigen Flächen weiterhin als städtische Reserve für die kurzfristige Unterbringung von Flüchtlingen vorgehalten wird, wie ursprünglich ab Januar 2017 geplant, oder ob man wieder über eine eventuelle Bebauung nachdenkt, steht noch nicht fest.

Die bisherige Notunterkunft an der Görresstraße wird ab 1. Oktober als Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Flüchtlinge und Asylsuchende von der Bezirksregierung betrieben (wir berichteten). 500 Regelplätze soll es geben, 150 Reserve-Plätze. Der Regierungsbezirk Arnsberg organisiert die Verteilung der Flüchtlinge im Land. Nachdem die Neuankömmlinge die Verfahren zur Erstaufnahme durchlaufen haben, kommen sie in die ZUE und warten dort, ob sie aufgenommen werden und wohin sie kommen.

Auf einen Daueraufenthalt ist die Einrichtung nicht ausgelegt. "Vorgesehen sind einige Wochen", sagt die Sprecherin der Bezirksregierung. Die Kosten trägt das Land, aber das Kontingent an Flüchtlingen, dass dann dort in der Görresstraße auf das weitere Prozedere wartet, wird den Kommunen angerechnet, erklärt Freia Johannsen.

In Leverkusen müssen laut des Verteilungsverfahrens des sogenannten Königsteiner Schlüssels rund 2000 Personen aufgenommen werden. Leverkusen ist seinen Verpflichtungen bereits vergangenes Jahr nachgekommen, so dass nun eher andere Kommunen nachziehen müssen.

Quelle: RP
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