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Leverkusen
Flüchtlingsheim Opladen soll bis Ende 2016 stehen

Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können
Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können FOTO: dpa, rwe jai
Leverkusen. Heute befasst sich die Bezirksvertretung II in einer Sondersitzung mit dem Projekt für 800 Plätze an der Pommernstraße. Von Ulrich Schütz

Leverkusens Baudezernentin Andrea Deppe hält den Bau des "Flüchtlingsheims" an der Pommernstraße in Opladen für rechtlich zulässig. Nach der neuen Gesetzeslage sei so eine Einrichtung auch in einem Gewerbegebiet genehmigungsfähig, sagte Deppe gestern unserer Zeitung. Wenn alles gut laufe, könnten die Bauten bis Ende 2016 fertiggestellt sein. Ob sie später als normale Wohngebäude genutzt werden könnten, dies bleibe offen.

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Die rechtliche Einschätzung sehen die Anwohner anders und haben deshalb eine Bürgerinitiative gebildet. Ihr Anwalt, der ehemalige Leverkusener Oberbürgermeister Dr. Walter Mende (SPD), glaubt, das Projekt vor Gericht stoppen zu können. Er betonte gegenüber unserer Zeitung: "Den Anwohnern geht es nicht um die komplette Verhinderung der Flüchtlingsunterkunft, aber die Zahl der Plätze ist einfach zu hoch für diesen Bereich", sagte Mende. Auf dem privaten Gewerbegrundstück sollen 800 Flüchtlingsplätze gebaut werden.

Der Druck auf die Stadt Leverkusen in Sachen Unterbringungskapazitäten für Flüchtlinge wächst. Auch für das kommende Jahr gehen die städtischen Experten von einem gleichbleibenden hohen Zustrom aus. Dies würde eine Zuweisung von rund 2000 Flüchtlingen bedeuten, die neu in Leverkusen untergebracht werden müssen. Ein privater Anbieter hat deshalb angeboten, auf dem Gewerbegrundstück zwischen Edeka Pommernstraße und Kollegschule Stauffenbergstraße vier Häuser mit insgesamt 800 Plätzen zu bauen. 2025 könnten in den Gebäuden 100 Wohnungen entstehen, hofft der Investor.

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Für das Wohnungsprojekt muss das Baurecht geändert werden, nicht aber für das Flüchtlingsheim, betonte die Baudezernentin: "Theoretisch reicht es, den Bebauungsplan erst in zehn Jahren zu ändern." Man könne dies auch jetzt anpacken, dann habe der Investor mehr Planungssicherheit. Die entscheidende Frage, an denen sich die Geister scheiden, lautet: Ist die Änderung des B-Planes auch sicher? "Nein, dies können wir dem Investor nicht zusichern. Er kennt das Risiko auch, dass es möglicherweise mit den Wohnungen nicht klappt", sagte die Baudezernentin.

Die vier geplanten Häuser sollen in Modulweise entstehen und könnten Ende 2016 bezugsfertig sein. "Ein ambitionierter Zeitplan", betonte Deppe auch. Vor dem möglichen Baubeginn reden aber die Politiker noch mit. OpladenPlus und andere kritisieren das Bauprojekt. Die CDU will die Platzkapazität der neuen Unterkunft zumindest auf 200 Plätze beschränken.

Quelle: RP
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