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Leverkusen
Frau fasst Linienbusfahrer ins Lenkrad

Leverkusen: Frau fasst Linienbusfahrer ins Lenkrad
Ein Wuspi-Bus musste nach einem Vorfall im Bus abrupt abbremsen. FOTO: Hoffmann, heinz-friedrich
Leverkusen. Schwerer Zwischenfall in einem Wupsi-Bus der Linie 210: Eine Frau hat dem Busfahrer während der Fahrt ins Lenkrad gegriffen. Der Fahrer machte sofort eine Notbremsung. Drei Fahrgäste verletzten sich leicht, mindestens zwei stürzten zu Boden, berichtet eine Zeugin. Von Ulrich Schütz

Freitagmorgen gegen 9.50 Uhr in Manfort. Die Wupsi-Linie 210 rollt über die Gustav-Heinemann-Straße in Richtung Wiesdorf. Nach der Unterführung Höhe Bahnhof Schlebusch passiert die fast unglaubliche Geschichte. Nach Zeugen- und Fahreraussagen geht sie so: Im Streit um Wechselgeld greift eine Frau (47) dem Busfahrer während der Fahrt ins Lenkrad, will aus der Kasse des Fahrers einen Schein zu ziehen. Der Busfahrer versucht, die Frau nach hinten zu drängen, fährt einen Schlenker und macht eine starke Bremsung. Das Fahrzeug kommt auf der Rechtsabbiegerspur zur Borkumstraße (Bauhaus/Metro) zum Stehen. Zwei Fahrgäste und der Fahrer verletzen sich leicht, mindestens zwei Personen stürzen.

Der Fahrer alarmiert die Polizei und seine Zentrale. Die Beamten stellen die Personalien der Leverkusenerin fest. Sie bestreitet die Version des Fahrers. Sie habe nicht ins Lenkrad gegriffen, der Fahrer habe sie geschubst. Anlass für alles, so sagt der Fahrer später, ist die Diskussion um ein paar Cent gewesen.

Die Frau hat einen Fahrschein für 5,10 Euro gekauft. Der Fahrer bietet der 47-Jährigen deshalb an, ihm zehn Cent zu geben, dann bekomme sie einen Fünf-Euro-Schein zurück. Die Frau hat die Centsumme aber nicht, so dass der Fahrer das Wechselgeld doch in Münzen aus seinem Geldgerät auswirft und weiterfährt. Die Frau zetert jetzt laut herum und verweigert das Kleingeld.

Wenig später – der Bus rollt längst – kommt die Frau aus dem Fahrgastraum – mit zehn Cent. Allerdings will der Fahrer dann nicht mehr den Schein geben, weil er inzwischen ja das Kleingeld parat hat. Daraus entwickelt sich "ein schlimmer Tumult", wie ein Fahrgast später unserer Redaktion berichtet.

An der Stelle, an der laut Zeugen die Frau ins Lenkrad gegriffen hat, sind die Linienbusse in der Regel 50 km/h schnell. Fahrgäste, die am Konrad-Adenauer-Platz aussteigen wollen, bereiten sich dann auch schon auf den Ausstieg vor, sie stehen dazu oft. Mit einer Vollbremsung rechnet kaum jemand. Zeugen haben die Version des Busfahrers gegenüber der Polizei bestätigt. Erst eine Stunde nach dem Zwischenfall fährt der Linienbus weiter. Bis Busbahnhof Leverkusen-Mitte, hier bittet der Fahrer alle aus dem Bus und beendet vorläufig seine Fahrt.

Die Wupsi-Zentrale schickt einen Mitarbeiter vor Ort. Viele andere Fahrgäste sind vorher an der Gustav-Heinemann-Straße ausgestiegen und haben einen anderen Bus genommen. In der Linie 210 sitzt auch eine Kindergartengruppe mit ihren Begleiterinnen. Sie müssen geduldig die Klärung des Zwischenfalls abwarten. Für die Kinder und ihre Erzieherinnen gibt es danach erst einmal eine Runde Eis. Alle Angaben beziehen sich auf Aussagen der Polizei und der Zeugen.