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Eva Lux
Frauen in der Politik haben es nicht leicht

Eva Lux: Frauen in der Politik haben es nicht leicht
Eva Lux, Parteichefin der Leverkusener SPD, und Karl Lauterbach, SPD-Bundestagsabgeordneter für Leverkusen (l.), gratulierten Uwe Richrath zur Oberbürgermeister-Kandidatur. Die Wahlkreiskonferenz nominierte den Geschäftsmann gestern Abend offiziell als Kandidaten der Sozialdemokraten. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Die SPD-Vorsitzende erläutert, warum auch diesmal keine Frau im Rennen um das höchste Amt in der Stadt antritt.

Frau Lux, warum tritt auch bei dieser Oberbürgermeister-Wahl wieder keine Frau für die SPD an?

Lux (lacht) Weil ich nicht kandidiere.

Ok. Und warum kandidieren Sie nicht?

Lux Weil ich finde, Stadtratsmitglied, SPD-Vorsitzende, Landtagsabgeordnete und Bürgermeisterin sind alles Funktionen, die mich ziemlich gut auslasten. Und immerhin habe ich auch noch ein Familienleben. Außerdem haben wir mit Uwe Richrath den idealen Kandidaten gefunden - wir wollen ein rotes Band zwischen Stadt und Land, das werden wir mit ihm zusammen schaffen.

Außer Ihnen ist in der Leverkusener SPD aber weit und breit keine Frau zu sehen, die auch als Kandidatin in Frage gekommen wäre . . .

Lux Das sehe ich aber anders. Nehmen Sie mal nur unsere Kandidatenliste für die Kommunalwahl im vergangenen Jahr. Wir waren landauf, landab die einzigen, die die Frauenquote durchweg erfüllt haben. Und unsere Kandidatinnen haben hervorragende Arbeit gemacht.

Warum gibt es dann immer noch so wenig Frauen in politischen Spitzenämtern?

Lux Weil Frauen es in unserer Gesellschaft leider immer noch schwerer haben als Männer, Beruf, Familie und ein solches Spitzenamt miteinander zu verbinden. Wir sehen es ja bei unseren Mitgliedern. Die Partner unserer Kandidatinnen müssen schon ihren Teil dazu beitragen, dass alle Anforderungen koordiniert werden können. Bei der SPD Leverkusen funktioniert das ganz gut, andernorts leider noch nicht.

Müssen Frauen mehr investieren, um politisch Erfolg zu haben?

Lux Ich denke, was kommunalpolitische Ämter angeht, haben Männer und Frauen mit ähnlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Sie opfern ja ihre Freizeit, um neben Beruf und Familie - Freunde nicht zu vergessen, man will ja nicht irgendwann alleine dastehen - an Sitzungen, Arbeitskreisen oder ähnlichen Veranstaltungen teilzunehmen. Das alles ist ehrenamtlich und wird manchmal von Kritikern, aber auch von Arbeitgebern gerne vergessen.

Inwiefern?

Lux Das Verständnis für die Abwesenheits-Zeiten hat deutlich abgenommen. Wir in der SPD sitzen oft zusammen und diskutieren über die Anfangszeiten diverser Sitzungen, weil sie mitten in die Berufstätigkeit hineinfallen. Und da sagt dann manch ein Arbeitgeber: "Sieh zu, wie du die Zeit wieder reinholst." Oder der Arbeitgeber verteilt die Arbeit auf die anderen Kollegen, die dann natürlich entsprechend begeistert sind.

Warum glauben Sie, dass die SPD in Leverkusen die Oberbürgermeister-Wahl gewinnt?

Lux Weil wir den besseren Kandidaten haben. Uwe Richrath besitzt neben dem Sachverstand auch die nötige Führungskompetenz und kann die Leute mitnehmen. Das ist ein entscheidender Vorteil.

PETER KORN FÜHRTE DAS INTERVIEW MIT DER LEVERKUSENER SPD-CHEFIN VOR DER SPD-WAHLKREISKONFERENZ GESTERN ABEND.

Quelle: RP
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