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Leverkusen
Freie Fahrt für Fernbusse
Leverkusen: Freie Fahrt für Fernbusse
Fernbusse sollen künftig in Konkurrenz zur Bahn treten dürfen – auch in Leverkusen. FOTO: Privat
Leverkusen. Zum Schutz der Bahn war ein konkurrierender Bus-Linienverkehr bisher verboten – ausgenommen Strecken nach Berlin und ins Ausland. Schon 2013 könnten die ersten Fernbuslinien in Leverkusen ihren Betrieb aufnehmen. Von Sabine Wotzlaw

Wer zwischen deutschen Städten hin- und herreist, soll in Zukunft neben Bahn, Flugzeug und Auto auch mit einem billigen Fernbus fahren dürfen. Die schwarz-gelbe Koalition und die Opposition einigten sich nach monatelangen Verhandlungen jetzt auf die Einführung eines Fernbus-Systems. Mit einem Start wird bis Frühjahr kommenden Jahres gerechnet.

Friedrich Busch, Bürgermeister und verkehrspolitischer Sprecher der Leverkusener FDP, begrüßt das Fernbus-System. "Die Stadt muss dafür Sorge tragen, dass Leverkusen an das Fernbusnetz angeschlossen wird", betont Busch in einer Mitteilung an die Presse. "Mit dem Bus von Leverkusen nach München oder Berlin nach Fahrplan – und das zu zivilen Preisen –ist eine realistische Vorstellung", äußert sich Busch zum Fernbus-System.

Zum Schutz der Eisenbahn war in Deutschland ein konkurrierender Bus-Linienverkehr bisher verboten – ausgenommen Strecken nach Berlin und ins Ausland. Fernbus-Linien sind bisher nur erlaubt, wenn ein Unternehmen nachweisen kann, dass sein Angebot die Verkehrsverhältnisse verbessert – und es nicht nur einfach in Konkurrenz zur Bahn treten will. Die Fernbusse sollen sich vor allem an Fahrgäste richten, denen Bahnfahren oft zu teuer ist.

Haltepunkt einrichten

Leverkusen biete sich als Haltepunkt für Fernbusse an: Der Busbahnhof in Wiesdorf sei durch die Anbindungen an die Autobahnen 1 und 3 gut für Busse zu erreichen. Außerdem biete der jetzige Bahnhof genügend Platz, um noch einen Haltepunkt für Fernreisebusse einzurichten. Beim Neubau des Busbahnhofes, der durch den Bahnstreckenausbau für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) notwendig werde, könne ein Haltepunkt direkt in die Planungen mit einbezogen werden, so Busch. "Bahnhofsmäßig spielt Leverkusen mit den Bahnhöfen Wiesdorf und Opladen nur in der Kreisklasse.

Mit einem Haltepunkt für Fernreisebusse könnte dieser negative Aspekt etwas kompensiert werden", sagt Busch. SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Ippolito sagte auf Anfrage: "Schon heute fahren Fernbusse von Leverkusen ins Ausland. Ich habe nichts dagegen. Konkurrenz belebt das Geschäft." Bevor man die Fernbusse jedoch beim Neubau des Wiesdorfer Busbahnhofes einplane, müsse man zunächst den Bedarf prüfen. "Wenn nur ein bis zwei Busse pro Woche ab Leverkusen abfahren, macht das wenig Sinn."

Für Mehrheiten im Rat sorgen

"Fernbusse sind eine gute Alternative zu Flugzeug und Auto", sagte Roswitha Arnold (Die Grünen) auf Anfrage. "Man muss allerdings schauen, ob sich das Angebot für Leverkusen lohnt", schränkte sie ein. Ansonsten sei man ja schnell in den Nachbarstädten Köln oder Düsseldorf, die "werden die Fernbusse sicher einführen".

Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn kommentierte: "Wenn Herr Busch meint, er müsse sich des Themas annehmen, dann soll er für Mehrheiten im Rat sorgen."

Quelle: RP/rl
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