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Leverkusen
Freunde des Square Dance haben seit 25 Jahren eine Heimat in Leverkusen

Leverkusen. In Amerika füllt Square Dance riesige Hallen. Auch in Deutschland gibt es etwa 550 Clubs. Dennoch ist der Volkstanz eine Nischensportart. In Leverkusen pflegen immerhin 20 Aktive unter 90 Mitgliedern des Vereins "Crossing Creeks" jenen Tanz, der europäische Auswanderer einst nach Amerika begleitete und der durch die amerikanische Besatzung nach dem Zweiten Weltkrieg zurückkam. In den 1990er-Jahren gab es nochmal einen regelrechten Boom. Damals, im Oktober 1992, entstand der einzige Leverkusener Klub. Zum 25-jährigen Bestehen ist ein Klubausflug geplant. Dass Square Dance Spaß bereitet, ist den Tänzern anzusehen, während sie sich in Gruppen zu je vier Paaren durch die Turnhalle der Grundschule Fontanestraße bewegen. Mit viel Schwung und 128 Beats pro Minute - entsprechend 128 Schritten - agieren die Tänzer. Am Abend kommen beim zweistündigen Training locker acht Kilometer zusammen. Das Besondere: Weder bei Square Dance noch bei Round Dance, der Figuren und Rhythmen aus Walzer, Rumba oder Paso Doble enthält und den die Leverkusener ebenfalls pflegen, gibt es festgelegte Choreografien. Die Reihenfolge der insgesamt 69 Schrittfolgen oder Figuren bestimmt der so genannte Caller, der Ansager. In Leverkusen ist es eine Callerin. "Promenade", "Circle left" oder "Do sa do" streut Edith singend in die Lieder ein. "Man muss singen und koordinieren können, zugleich ein Auge für Figuren haben", erklärt die Finanzbeamtin aus Düsseldorf. Anfänger verlieren dabei schnell den Überblick. Doch die Bewegungen sind leicht zu erlernen und auch für männliche Tanzmuffel geeignet. Seit drei Jahren ist Luca dabei. "Gruppentanz macht Spaß", sagt der 17-jährige Chemielaborant in Ausbildung bei Bayer. "Hier ist eine tolle Truppe, in der ich mich wohlfühle." Neu dabei sein werden demnächst auch Vanya (9) und sein Bruder Jannis (12). "Mich reizt, dass man viele Figuren lernt und sich gut bewegen kann", begründet Vanya. Beide Jungs sind mit Square-Dance aufgewachsen, Callerin Edith ist ihre Mutter. Es ist ein Tanzsport für Jung und Alt. Und: Weil dieser überall nach den gleichen Regeln praktiziert wird, nutzen Tänzer die Gelegenheit, um sich bei Reisen in fremde Länder mit Gleichgesinnten zu treffen. Von Gabi Knops-Feiler

"Crossing Creeks" bietet Tanzkurse, die als "Class"bezeichnet werden. Die Jahresgebühr für Erwachsene beträgt 60 Euro, Kinder und Jugendliche zahlen die Hälfte. Trainiert wird freitags von 20 bis 22 Uhr in der Turnhalle an der Fontanestraße. www.crossingcreeks.de

Quelle: RP
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