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Leverkusen
Fritz Pleitgen: Bayer soll Museum erhalten

Leverkusen. Die Förderung von interdisziplinärer Kunst hat sich "Gargonza Arts" auf die Fahne geschrieben. Jetzt wurden im Spiegelsaal von Schloss Morsbroich vier Preisträger geehrt und mit dem "Gargonza Arts Award" ausgezeichnet. Vor der Zeremonie wies Ingrid Müller-Ost, Vorsitzende des Kunstvereins Leverkusen, auf die Unterschriftenliste zur Erhaltung des Museums hin.

Michael Faust, Soloflötist des WDR-Sinfonieorchesters und Professor an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf, ist Initiator von "Gargonza Arts". Er sorgt seit fünf Jahren dafür, dass junge hochbegabte Künstler drei Monate im Castello di Gargonza (Italien, Toskana) ungestört arbeiten und sich gegenseitig inspirieren können. Er sprach zunächst in eigener Sache - ihm fehlen 40.000 Euro Spendengelder - und reichte das Mikrofon weiter an Schirmherr Fritz Pleitgen.

Der einstige Intendant des Westdeutschen Rundfunks gab sein Ansinnen schnell auf, den fehlenden Betrag ausgerechnet an diesem von Geldnöten geplagten Ort einzuwerben. Stattdessen sagte er, dass er zum zweiten, aber hoffentlich nicht letzten Mal in Schloss Morsbroich sei. Und: Es wäre ein Jammer, wenn Schloss Morsbroich als ein Ort hoher Kultur verloren ginge. Er verstehe, wenn er höre, in welchen Nöten Leverkusen sei. Aber wenn er die Leistungen des hiesigen Weltkonzerns betrachte, dessen Haushaltslage sehr gut sei, sagte Pleitgen mit Nachdruck, könne er nur "empfehlen, dass dieser Konzern nicht nur einen Fußballclub unterhält, sondern dieses wunderbare Schloss als einen öffentlichen Ort der kulturellen Begegnung und Weiterentwicklung erhalten möge. Dies ist, in leisen Worten gesagt, ein dringender Appell an die Konzernleitung."

Das Land erlebe eine Flut an Steuer-Einnahmen. Dennoch sei stets zu hören, es müsse gespart werden, und das zuerst an der Kunst. "Das bekommt unserer Gesellschaft auf Dauer nicht gut", sagte Pleitgen, ehe er mit den Kuratoren die Urkunden überreichte: Von Komponist Robert Platz erhielt Andreas Eduardo Frank den Preis für Komposition; Jürgen Klauke vergab den Preis in Bildender Kunst an Jan Hoeft; die Schriftstellerin Christiane Heidrich wurde von Daniela Seel ausgewählt, und Ulrich Wiegmann nominierte Florian Krewer für den Preis in Malerei und Architektur.

(kno)
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