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Leverkusen
Frühstück für Giraffen und Elefanten

Leverkusen: Frühstück für Giraffen und Elefanten
Reinhard Schrabbing vom Kölner Zoo kam mit der Säge zur Naturschutzstation des Nabu an der Solinger Straße und schnitt sich Weidenäste für Giraffen und Elefanten ab. FOTO: Ralph Materath
Leverkusen. Früherer Tierpfleger schnitt sich im Naturschutzgebiet an der Solinger Straße Weidenäste für die Tiere im Kölner Zoo ab. Von Tobias Brücker

Es wurde dreckig und laut. Es flogen Späne, Äste krachten auf den Boden. Die Kopfweiden an einem Ausläufer der Wupper, im Naturschutzgebiet an der Solinger Straße, mussten gestutzt werden. Rund 500 Kilogramm Äste sind dabei von den Bäumen gefallen. Darüber freuen sich jetzt vor allem zwei Tierarten im Kölner Zoo.

Reinhard Schabbing brauchte etwas, bis er seinen Traumjob fand. Hatte er sich doch zunächst noch um Tiere im Zoo der Domstadt gekümmert. Jetzt schwingt er nur noch die Motorsäge - und das sehr gerne. Giraffen und Elefanten hatte er einst umsorgt.

Jetzt beschafft er ihnen einen Teil ihres Futters. Im Zusammenspiel mit dem Nabu klappt das ausgezeichnet. "Wenn es einmal läuft, dann läuft es. Dann braucht es keine Absprachen mehr", sagte Holger Ehlers. Und die heruntergeschnittenen Äste können weiterverwertet werden. Zwar erhalten sowohl Giraffen und Elefanten in den kommenden Tagen natürlich nicht nur die abgetrennten Äste der Weiden. Schabbing erklärte, dabei handele es sich eher um eine Beschäftigung. "Giraffen benötigen ungefähr 20.000 Zungenschläge pro Tag", erklärte der 45-Jährige. Daher schälen sich die afrikanischen Tiere die Rinde von den Ästen ab. Den Rest, den die Langhäle übrig lassen, erhalten umgehend die Dickhäuter. "Man merkt den Tieren an, dass sie über den Tag etwas getan haben, wenn sie sich am Abend hinlegen", erzählte Schabbing. Und schon stieg er wieder auf die Leiter. Noch drei von insgesamt sechs Bäumen lagen vor ihm. Bereits vor zwei Wochen hatte er sich an die Arbeit gemacht. In ein paar Wochen wird er dann wohl wiederkommen. So teilt er sich den Job ein. Schließlich mögen es die Tiere frisch. "Man könnte das zwar einlagern, aber dann finden sie es nicht mehr interessant", betonte Schabbing.

Der ehemalige Tierpfleger rät dazu, Tannenbäume nicht wie in jüngster Vergangenheit häufig geschehen im Übermaß dem Zoo zu spenden. Nach schon ein bis zwei Bäumen nehme die Neugier der Tiere ab. Und durch das Harz schmeckten die Tannen nicht besonders.

Alle vier Jahre sollten Kopfweiden geschnitten werden. Ursprünglich ist die Verankerung der Äste bis tief in den Stamm gegeben. Nachdem der Baum erstmalig gestutzt wurde, sind die Äste nur knopfartig befestigt. Bei zu großer Last knickt der Ast einfach ab. Das Kürzen ist allerdings nur von Oktober bis Februar möglich. Das beschränkt der Vogelschutz. Den Weiden macht das Beschneiden nichts. "Sie sind sehr unkomplizierte Pflanzen", sagte Ehlers.

Quelle: RP
 
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