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Leverkusen
Fünf-Minuten-Konzert in der Rathaus-Galerie

Leverkusen. Ein ganz normaler Samstag in der Rathaus-Galerie. Menschen laufen mit ihren Einkäufen umher, erzeugen eine Geräuschkulisse. Bis plötzlich um 13 Uhr jeder innehält und dem Mann lauscht, der, begleitet von einem Keyboardspieler, anfängt zu singen. Dann setzt ein ganzer Chor mit ein. Die Besucher stehen still. Und so unerwartet es kam, hörte es auch wieder auf. Von Isabell Konegen

Das Spektakel wurde vom Leverkusener Chor "Art Tonale Vokalensemble" geboten. Die Idee hatte Chorleiter Volker Wirtz. Seine Intention: mal etwas Verrücktes tun. "Das ist eine gute Möglichkeit, Gesang unter die Bevölkerung zu bringen, ohne dass man ein Konzert besuchen muss", sagte der Gesangspädagoge. Bei der Umsetzung der Idee half Marita Ritter. "Das ist das erste Mal, dass wir so etwas machen", merkte die kommissarische Vorsitzende von "Art Tonale" an.

Der Chor hat 29 Mitglieder. Für den Flashmob hat "Art Tonale" andere Chöre aus dem Sängerkreis Rhein-Wupper/Leverkusen eingeladen, so dass insgesamt 80 Sänger kamen. Gesungen wurde "Fortuna imperatix mundi" aus der Oper "Carmina Burana" von Carl Orff.

Den Anfang machte Mirko Lindic - mit einem Bariton-Solo. "Er ist der Mutigste von allen", sagte Ritter lachend. "Die Dramaturgie zielt darauf hin, mit dem Solo die Aufmerksamkeit der Leute zu erreichen. Dann setzt der Chor mit ein", erklärte Wirtz. Und begleitete den Auftritt am Keyboard. "Der Raum ist zu klein für ein ganzes Orchester. Es wäre auch zu teuer gewesen", sagte der Kreischorleiter.

Nach dem Lied verschwanden alle Sänger in unterschiedliche Richtungen, als wäre nie etwas passiert.

Geprobt wurde für den Flashmob nur einmal in der Christuskirche. Für die Probe mussten alle Sänger den Text einwandfrei beherrschen. Doch im Vergleich zu einem richtigen Konzert war das mit einer Probe zu meistern. "Ein Konzert vorzubereiten, ist meistens sehr langwierig. Mit dem Flashmob kann man in einer kurzen Zeit etwas Schönes machen", sagte Sängerin Janina Aselmann. "Nicht zu wissen, was passiert, das macht das Ganze so spannend", ergänzte Wirtz.

Der Auftritt gelang ohne Patzer, die Künstler waren zufrieden. "Wir wollten mit dieser Aktion zeigen, dass Musik Spaß macht. Nicht nur das Hören von Musik, sondern auch das Musizieren an sich", sagte Wirtz. Sein Lebensmotto "No risc, no fun!" habe ihn dabei bestärkt, seine Idee in die Tat umzusetzen.

Quelle: RP
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