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Leverkusen
Funkenarchiv in der alten Badeanstalt

Die Altstadtfunken Opladen
Leverkusen. Die Altstadtfunken Opladen veredeln ihren historischen Vereinssitz mit einer Dauerschau: Im alten Bahn-Wasserturm bauen die Funken unter Federführung von Herbert Klein, Peter Luscher und Franz-Josef Finette das Funkenarchiv auf. Von Ulrich Schütz

Die Karnevalsgesellschaft Altstadtfunken Opladen war 1902 schon gegründet, da war der Wasserturm (erstellt 1903) auf dem Gelände der Opladener Bahnwerkstätten (offizielle Eröffnung: 1. November 1903) noch längst nicht fertig. Seit vier Jahren sind beide vereint: Der denkmalgeschützte Wasserturm dient den Funken heute als Vereinssitz und ist inzwischen mit seinem markanten, würfelartigen Anbau auch zu einer beliebten Festivitäten- und Kleinkunststätte in der Neuen Bahnstadt Opladen geworden. Was bislang fehlt: das Karnevalsarchiv der Funken. Es ist in Arbeit, versichert Herbert Klein, der mit Peter Luscher und Franz-Josef Finette das Kernarchivteam der Altstädter bildet. Heute kann die Archiv-Baustelle beim Funkenfest besichtigt werden.

Die drei Funken-Historiker und ihre Freunde brauchen allerdings für alles einen langen Atem: Der Archivraum liegt im dritten Stock des Wasserturms. Es ist eine einzige Baustelle. "Das Sichten und Ordnen der Schriftstücke, der Orden, der historischen Kleidungsstücke und der sonstigen Materialien kostet viel Zeit", sagt Klein. Was bleibt draußen, was soll in die Dauerausstellung? Wo viele mitreden, gibt es auch sehr unterschiedliche Auffassungen über die Wichtigkeit der Stücke als solche.

Gebrauchte Trompete der "Original Glungge Volketswil", die schon oft die Altstadtfunken Opladen besuchten. FOTO: Miserius, Uwe (umi)

Bei der Vorbereitung entdeckte Herbert Klein schon einen kleinen Fehler in der bisherigen Beschreibung des Wasserturmes. Angegeben wurde bislang eine Höhe von 25 Metern. Klein zeichnete den Turm samt Intze-Wasserbehälter (Fassungsvermögen 300 Kubikmeter) nach und siehe da: Die Höhe liegt demnach einschließlich der kleinen Glashaube bei 28,55 Metern. Die Turmzeichnung ist Bestandteil der Ausstellung. An die ursprüngliche Nutzung des Wasserturms als "Badeanstalt mit Brausen und Wannen für die Mitarbeiter" erinnern zumindest im Archivraum nur die im Beton ausgebildeten Wasserrinnen. Den ganz oben stehenden Wasserbehälter und einiges an Technik wollen die Funken noch besser zugänglich machen. Für einen Rundgang und den Blick in die Ferne reicht es aber schon.

Eines der ältesten Stücke der Funken ist das Protokollbuch von 1925 bis 1937, eine schmale Kladde. Bis 1951 klaffen allerdings in den Unterlagen große Lücken. Die schon ausgestellten Stücke sind aber auch interessant: Gezeigt wird das Original-Prinzenkostüm von Hubert I. (1975/1976), viele Orden oder die kleine (Handgepäck-)Kanone für die schnellen Einsätze. Eines der jüngsten Archivalien hat einen traurigen Anlass: Es ist die Mitteilung zum Tod von Hans-Gert Kierdorf (6. Juli 1939 bis 6. November 2014).

Altstadtfunken-Archivar Herbert Klein muss sehen, wo das ganze Material Platz finden kann. FOTO: Uwe Miserius/US

Und wann wird das Archiv fertig? "In zwei Jahren", sagt Herbert Klein.

Quelle: RP
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