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Sitcom in Leverkusen
Gaby Köster ist wieder da

Leverkusen. Da waren sie wieder, der Humor und die unbändige Lebenslust, die bei Kölns ungekrönter "Queen of Comedy" durchblitzte. Am Freitag war sie mit einer Preview - einem Testballon - ihres neuen Programms "Sitcom" im Opladener Scala zu Gast. Gaby Köster war nach zehn Jahren zurück auf der Comedy-Bühne. Genauer: Sie saß. Deshalb auch die Bezeichnung "Sitcom" - eigentlich ein Kurzwort für Situationskomik - weil sie wegen ihrer körperlichen Verfassung in einem Stuhl sitzen musste. Von Gabi Knops-Feiler

Apropos Verfassung: Auf den ersten Blick optisch kaum verändert, benötigte sie aber doch Hilfe, um auf die Bühne zu kommen. Die Probleme, die sie seit dem Schlaganfall mit ihrer linken Körperhälfte hat, waren nicht zu übersehen. "Tach Leverkusen", sagte sie, nachdem sie sich gesetzt hatte, gewohnt fröhlich und erklärte dem Publikum: "Die Stufen sind für Gesunde schon schlimm, aber für Fußkranke wie mich die Hölle."

Insgesamt wurde deutlich, dass die 56-Jährige ihren Witz trotz des "drecksdrisseligen Schlaganfalls", so Köster, nie verloren hat. Obwohl sie nicht wie gewohnt vor ihrem Publikum agieren konnte, sondern ihren Text von einem Tablet ablesen musste. Auch darüber witzelte sie, als sie sagte, sie müsse mal kurz nach Hause, um ein Paket entgegen zu nehmen, aber keine Angst, sie werde die Texte dalassen. Ihre "Kölner Schnüss" - das für sie so typische Mundwerk - war so schnell und bissig wie immer.

Wie am Band erzählte die rheinische Frohnatur kurze und spaßige Geschichten aus ihrem Leben und sorgte im Publikum für viel Heiterkeit. Zum Beispiel über die Servicewüste Deutschland - "Man kann sich drüber aufregen oder man nimmt es mit Humor" - und ihren Besuch in der Kfz-Werkstatt, als der Meister von ihr wissen wollte: "Wat hat er denn?" und sie sich darauf fragend an ihr Auto wendete: "Wat hat du denn?"

Sie regte sich auf über die Bundestagsabgeordneten, die sich - trotz nicht vorhandener Regierung - bereits eine Diätenerhöhung genehmigt haben. Sie schimpfte über die Verrohung der Gesellschaft, total verfettete Jugendliche und das angeblich fehlende Geld. Kinder kämen ohne Frühstück in die Schule. Aber für Tatoos und Schönheitsoperationen sei immer Geld da. Wörter wie Danke und Bitte seien ohnehin schon lange ausgestorben.

Vor der Pause setzte sie einen Hut auf und schlüpfte in die Rolle der 79-jährigen Josefine Schmalzbach, die so tue, als sei sie senil. In Wirklichkeit aber wolle sie "das Leben genießen, aber nicht in Scheiben, sondern am Stück", sagte Gaby Köster wieder ohne Hut und meinte wohl auch sich selbst.

Quelle: RP
 
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