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Leverkusen
Geballte Stimmenkraft auf Forumsbühne

Leverkusen: Geballte Stimmenkraft auf Forumsbühne
Der Bayer-Männerchor hatte sein Sommerkonzert im Forum unter den Titel "Glanzlichter der Chormusik aus vier Jahrhunderten" gestellt. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Der Männerchor Bayer hatte zu seinem Konzert 50 Damen des Langenfelder Frauenchores 1976 eingeladen. Von Monika Klein

In den vergangenen Sommern starteten die Sänger des Männerchores Bayer mit ihren Zuhörern gerne eine Rheinpartie. Dieses Mal behielten sie festen Bühnenboden unter den Füßen, um das Publikum mit vokalen "Glanzlichtern" aus vier Jahrhunderten zu erfreuen. Dazu hatten sie 50 Damen des Langenfelder Frauenchores 1976 eingeladen, mit dem sie sich Bühne und Programm teilten. Außerdem gab es am Freitagabend echte Kooperationen, als beide Ensembles ihre Stimmen zum gemischten Chor mit sattem Sound verschmolzen.

Gleich zur Eröffnung gab es eine solche vereinte Kostprobe, die sich hören lassen konnte: den Eingangs-chor von Carl Orffs "Carmina Burana". Erst vor wenigen Wochen hatte der Städtische Chor mit Unterstützern das gesamte Werk in diesem Saal aufgeführt. Damals mit großem Orchester, jetzt begleitet von einem reduzierten Ensemble in einer Bearbeitung von Männer-Chorleiter Ulrich Jung. Rainer Schrapers, der über den ganzen Abend hinweg sichere Unterstützung bot, griff dabei sehr kräftig in die Tasten des Konzertflügels, rhythmisch unterstützt von Schlagzeug und Kontrabass. Für durchschlagende Power sorgte ein Blechbläserensemble.

Musiker der Bayer-Philharmoniker und des Orchesters Markus Quodt kooperierten erstmals im Verlauf eines facettenreichen Abends, der nach beliebten Melodien aus populären Musicals mit hymnischen Festgesängen endete. In einem langen Finale bekam das Publikum gleich ein ganzes Bündel solcher Chorstücke von Purcell bis Elgar. Doch zunächst nahmen die beiden Chöre ihre Zuhörer mit in die Oper. Die Männer machten den Anfang mit dem Matrosenchor aus Richard Wagners "Der fliegende Holländer". Knackig und flott deklamierend machten die Sänger ordentlich Sound, obwohl sie statt der gewohnten Hunderterstärke mit "nur" knapp 70 Stimmen auftraten. Umso wirkungsvoller entfaltete sich die weihevolle Ruhe des anschließenden Pilgerchores aus Wagners "Tannhäuser".

Die Damen blieben derweil auf der Bühne und setzten sich nur kurz zum Zuhören, was langweilige und zeitraubende Auf- und Abtritte ersparte. Denn beim folgenden Gefangenenchor aus der Verdi-Oper "Nabucco" wurden bereits zusätzlich die hohen Stimmen gebraucht.

Arbeitsteilung gab es nicht nur auf den Chorpodesten, sondern auch am Dirigentenpult, wo sich Ulrich Jung abwechselte mit der Frauenchorleiterin Claudia Rübben-Laux, der Tochter seines kürzlich verstorbenen Vorgängers Hermannjosef Rübben, von dem übrigens auch noch eine Bearbeitung im Programm war. Rübben-Laux teilte sich auch die Moderation mit Sänger Klaus Hilger. Außerdem ist sie Sängerin und konnte so das Sopran-Solo in der Männerchor-Fassung von Schuberts "Ständchen" übernehmen. Das war dann schon der Abschluss eines Teils "der leiseren Töne" mit Beispielen aus dem Volks- und Kunstliedbereich.

Quelle: RP
 
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