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Leverkusen
Gefahr durch 200 Jahre alte Blutbuche

Leverkusen: Gefahr durch 200 Jahre alte Blutbuche
Ein Warnschild, das offenbar viele einfach ignorieren. Die Blutbuche im Schlosspark von Morsbroich ist morsch, Äste könnten brechen. FOTO: Ulrich Schütz
Leverkusen. Die schweren Äste im Schlosspark könnten brechen. Spaziergänger missachten Umzäunungen und riskieren viel. Von Ulrich Schütz

Der äußere Schlosspark am Museum Morsbroich ist eine nette grüne Oase, mit viel Grün, mächtigen Bäumen, einer Reiher-Kolonie und etwas Kunst. Das Areal dient vor allem Hundefreunden als Gassi- und Kackanlage für die lieben Vierbeiner. Aber die schöne Landschaft birgt eine gefährliche Zone: das Areal rund um die etwa 200 Jahre alte Blutbuche. Von ihr könnten aufgrund des Alters und der Baumschäden auch dicke Äste abbrechen. Insgesamt vier Bäume wurden in dem Bereich eingezäunt oder anders geschützt. Das Fatale: Der einfache Zaun wird regelmäßig an mehreren Stellen zerstört. Ein Trampelpfad zeigt, dass etliche Parkbesucher täglich unter den Bäumen durchlaufen. An einem Eingang steht eine unübersehbare Informationstafel: "Achtung: Die Bäume sind instabil. Es besteht jederzeit Bruchgefahr", lautet die Warnung. Die Zone solle nicht betreten werden.

Die Stadt wollte die Blutbuche aus Sicherheitsgründen fällen lassen. Sie ist von Pilzen befallen, die zur Aushöhlung des mächtigen Stammes führen können. Die Fällabsicht löste großen Protest bei Bürgern aus. Die Stadträte beschlossen 2011 schließlich, das Kappen des Baumes zu untersagen. Die Bedingung: Die Gefahrenzone musste weiträumig abgesperrt werden. Tatsächlich wurde auf private Kosten ein einfacher Weidezaun aufgestellt. Die zwei dünnen Drähte der Anlage sind dabei eher ein Appell, nicht durchzugehen, einen echten Widerstand bieten sie nicht. Schon kurz nach Aufstellen wurde die Anlage an mehreren Stellen beschädigt. Einige Leute wollen sich den Weg nicht blockieren lassen. Die Stadt Leverkusen sieht trotz der Gefahr keinen Handlungsbedarf. Die städtischen Verantwortlichen halten am politischen Beschluss von vor sechs Jahren fest: "Fällen verboten!" Das sei auch angesichts der Zaunbeschädigungen möglich: Der Kommunalversicherer habe dieser Verfahrensweise zugestimmt.

Zuständig für den Zaun ist die im Schloss ansässige Museumsverwaltung. Der Zaun werde von Mai bis September alle 14 Tage kontrolliert. Von Oktober bis April gebe es monatlich eine Begehung, teilt die Stadt auf Anfrage unserer Redaktion mit. Schäden würden gegebenenfalls der Unteren Landschaftsbehörde (städtischer Fachbereich Umwelt) gemeldet, dann werde die JSL mit der Reparatur beauftragt. "Es ist häufig so, dass nach Instandsetzungen der Zaun wieder beschädigt/geöffnet wird - dies lässt sich leider nicht verhindern", schreibt die Stadt weiter.

Details zu den vier Bäumen:

• Rotbuche: Naturdenkmal, Höhe bis 30 Meter, Umfang des Stammes bis zu zwei Meter. Der Baum im Park soll etwa 200 Jahre alt sein. Blutbuchen werden bis zu 300 Jahre alt.

• Platane: Naturdenkmal, Kreuzung aus amerikanischer und morgenländischer Platane, Höhe bis 45 Meter, Stammdurchmesser bis drei Meter. Der Baum erreicht ein Alter von bis zu 300 Jahren.

• Blutbuche: Naturdenkmal, Mutation der Rotbuche, Höhe bis 30 Meter, Stammdurchmesser bis zwei Meter, Alter: über 200 Jahre.

• Stieleiche: Naturdenkmal, Baum des Jahres 1989. Höhe bis 40 Meter, Stammdurchmesser bis drei Meter, Alter: 500 bis 1000 Jahre.

(Alle Angaben: Infotafel Schlosspark).

Quelle: RP
 
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