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A1
Gefahr schwerer Unfälle besteht weiter

Die Probleme der Lkw-Fahrer auf der A1
Burscheid/Leverkusen. Die A1 zwischen Burscheid und Leverkusen ist ein Unfallschwerpunkt. Zwar gibt es eine Geschwindigkeitsbeschränkung und Überholverbot für Lastwagen, doch Gefahren entstehen auch durch Stau. Wir haben den Verkehr auf der Strecke beobachtet. Von Ulrich Schütz

Die Regeln auf der A1 sind strenger geworden. Ab Bereich Burscheid bis zum Leverkusener Autobahnkreuz gilt für Lastwagenfahrer Tempo 60 und Überholverbot, auch für Pkw-Fahrer sind neue Grenzen gezogen worden. Damit soll die Zahl der schweren Unfälle, speziell mit Lkw-Fahrern, reduziert werden. Mit scharfen Kontrollen versucht die Polizei, das Sicherheitsbewusstsein der Fahrer zu ändern. Es gehe nicht um die Zahl der Anzeigen, sondern wirklich um das Vermeiden von Unglücken, sagt ein Polizeisprecher.

Tatsächlich scheint sich die potenzielle Gefahrenstelle für Auffahrunfälle nur verlagert zu haben. Denn: Durch das Überholverbot stauen sich oft die korrekt agierenden Lkw-Fahrer einspurig fast bis Burscheid zurück (vergangenen Freitag sogar weiter und dazu zweispurig). Der Knackpunkt: Die Lkw-Kolonne bewegt sich meist im Schleichtempo in Richtung Autobahnkreuz, stehen nicht selten still. Das Fatale dabei: Viele Fahrer betätigen in der Regel die Warnblinkanlage nicht, so dass der nachfolgende Verkehr (Pkw-Fahrer dürfen teils noch 100 km/h schnell sein) in brenzlige Situationen gerät.

Abstandskontrolle von der Brücke Altenberger Straße. FOTO: teleact

Die Polizei hat inzwischen regelrechte Staustreifen eingeteilt, die mit speziellen Polizeiwagen die Stauenden absichern sollen. Verschärft wird die Situation auf der A1 durch Lkw- und Busfahrer, die fast hakenschlagend von der rechten auf die mittlere Spur wechseln, um - verbotenerweise - an der kilometerlangen Schlange vorbeizufahren - auch gerne mit 80 km/h, wie unsere Tests erwiesen.

Die Schilder "Überholverbot" und "Tempo 60" gut sichtbar stehen beidseits der Autobahn. Entdeckt ein solcher Verkehrssünder eine Polizeistreife, wird es wieder haarig. Die Lkw-Fahrer quetschen sich noch schnell in eine der seltenen Lücke der Lkw-Schlange. Dies geschieht auch mal unter Einsatz einer Vollbremsung - wieder geraten andere Fahrer in Bedrängnis.

Auch gefährlich: Einige Lkw-Fahrer stoppen ihre verbotene Fahrt auf der zweiten Fahrspur fast bis auf Null ab, um sich in die Warteschlange zu quetschen, was für Ärger bei den Kollegen sorgt. Andere parken auf dem Standstreifen. FOTO: Miserius

Die Lage ändert sich manchmal innerhalb von 15 Minuten. Eingebürgert hat sich zudem ein anderes Verhalten: Nicht wenige Lkw-Fahrer parken ihre Laster auf dem Seitenstreifen und legen eine Ruhepause ein. Wenig verwunderlich, da die wenigen Kilometer von Burscheid bis zum Leverkusener Kreuz eine Stunde und mehr dauern können. Dann kann die zulässige Fahrzeit überschritten sein. Die Polizei geht gegen die Falschparker verschärft vor. Dass angesichts der Staus die Lkw-Fahrer irgendwann die Nerven verlieren, das Überholverbot missachten und ein Bußgeld in Kauf nehmen, dies ist rein menschlich verständlich - zumal bei Schleichtempo in praller Sonne.

Quelle: RP
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