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Streit um A1-Ausbau
Gerüst soll Megastelze simulieren

Streit um A1-Ausbau: Gerüst soll Megastelze simulieren
Schon jetzt führt die Autobahn über eine Stelzenbrücke durch Leverkusen. Die Politiker wünschen sich ab dem Wasserturm einen Tunnel. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Mit einer provisorischen Installation will der Rat der Stadt Leverkusen die Ausmaße einer geplanten Mega-Autobahnstelze durch die Stadt veranschaulichen. Der Streit um den Autobahnausbau in der Stadt tobt seit Jahren. Die A1 führt in Leverkusen quer durch ein Wohngebiet und soll von sechs auf zehn Fahrspuren erweitert werden. Von Susanne Genath

"Tunnel statt Stelze" fordern Leverkusener Politiker und (bislang wenige) Bürger in Sachen Ausbau der Autobahn A1. Doch wie genau soll sie eigentlich aussehen, die Mega-Stelzenbrücke, die der Landesbetrieb Straßenbau (Straßen NRW) mitten durch die Chemiestadt plant? Damit sich die Bürger und Entscheidungsträger von Land und Bund ein Bild von den Dimensionen des Bauwerks machen können, soll jetzt im Bereich Stadion/Hotel/Neuenhof, an gut erreichbarer Stelle, ein Gerüst aufgestellt werden, das "Umfang und Auswirkungen der Super-Stelze" anschaulich dokumentieren soll. Das hat der Stadtrat in seiner gestrigen Sitzung auf Antrag von CDU, Grünen und Opladen Plus einstimmig beschlossen. "Wir sind der Meinung, dass eine persönliche Inaugenscheinnahme der Trassenführung und der heute schon übermäßigen Belastungssituation in unserem Stadtgebiet besser wirkt als alle Appelle und schriftlichen Stellungnahmen", erklärte das Ratsbündnis in seinem Antrag und überzeugte damit auch die anderen Ratsmitglieder. Kostenvorgaben wurden nicht gemacht. Das hatte zuvor die SPD bemängelt.

Gleichzeitig ist die Stadtverwaltung nun beauftragt, die Verkehrspolitiker von Land und Bund nach Leverkusen einzuladen und ihnen bei einer Informationsfahrt die verkehrsrelevanten Stellen in der Stadt zu zeigen.

Leverkusen: Ein Ortsbesuch an der Autobahnstelze

Stadt will mit Planungsbehörden im Gespräch bleiben

Bei einem anderen Antrag von CDU, Grünen und Opladen Plus herrschte dagegen weniger Einigkeit: Das Ratsbündnis hatte vorgeschlagen, die Zusammenarbeit mit den Planungsbehörden zum Ausbau der Autobahnen A1 und A3 komplett einzustellen, um so die Tunnellösung durchzusetzen. "Damit werden wir nur als bockiger Rat in der Landschaft stehen, den man nicht ernst nehmen kann", warnte Dr. Monika Ballin-Meyer-Ahrens (FDP). Peter Ippolito (SPD) hielt den Vorschlag sogar für rechtswidrig und beantragte geheime Abstimmung. Das Ergebnis war knapp: 21 Politiker befürworteten die Eskalationsstufe beim A1-Ausbau, 23 waren dagegen, zwei enthielten sich.

Auch der Antrag der Bürgerliste, einen Autobahntunnel zwischen Köln-Niehl und dem Leverkusener Kreuz in den Bundesverkehrswegeplan aufzunehmen, kam nicht durch. Statt dessen stimmte die Ratsmehrheit dafür, einen Autobahntunnel zwischen der A1-Rheinbrücke und dem Leverkusener Kreuz festschreiben zu lassen. Zum Unbill von Erhardt Schoofs (Bürgerliste), der die Sitzungsteilnehmer mit permanenten Zwischenrufen strapazierte. Ippolito forderte schließlich Oberbürgermeister Uwe Richrath auf, Schoofs einen Rüffel zu erteilen. Das Stadtoberhaupt reagierte prompt: "Also Herr Schoofs, jetzt wissen Sie es" - und erntete Gelächter im Saal.

Quelle: RP
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